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Energiewende : Europas größte Batterie geht in Betrieb

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Insgesamt fünf Megawatt soll dieser Batteriespeicher lagern können. Bild: dpa

Mehr als ein Viertel des deutschen Stromverbrauchs wurde 2013 schon mit Ökostrom gedeckt. Doch der ist witterungsabhängig. In Schwerin geht nun Europas größter kommerzieller Batterie-Speicher ans Netz.

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          Der nach Betreiberangaben größte kommerzielle Batteriepark in Europa wird am Dienstag in Schwerin feierlich in Betrieb genommen. Die dafür installierten 25 000 Lithium-Ionen-Akkus bringen eine Gesamtleistung von fünf Megawatt. Mit Hilfe dieses riesigen Batteriespeichers sollen in kürzester Frist kleine Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen und so eine stabile Versorgung gesichert werden. Wie der kommunale Energieversorger Wemag als Investor und Betreiber mitteilte, können kurzfristig Differenzen von bis zu 0,2 Hertz kompensiert werden. Partner der Wemag ist das auf die Netzintegration erneuerbarer Energien spezialisierte Berliner Unternehmen Younicos.

          Auch wenn er von außen nicht so groß aussieht, soll er doch der größte Batterie-Speicher Europas sein.
          Auch wenn er von außen nicht so groß aussieht, soll er doch der größte Batterie-Speicher Europas sein. : Bild: dpa

          Die Bereitstellung effektiver Speicher- und Puffersysteme für den Ausgleich schwankender Strommengen aus Wind- und Solarparks gilt als eine Schlüsselfrage der Energiewende. Der Bund förderte das rund 6 Millionen Euro teure Projekt in Schwerin mit 1,3 Millionen Euro. Zur Inbetriebnahme wird Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Schwerin erwartet.

          Trotz des Pilotcharakters will die Wemag den Batteriespeicher wirtschaftlich betreiben und am Primärregelenergiemarkt damit Geld verdienen, wie Vorstand Thomas Pätzold sagte. Wegen der zunehmend dezentralen Stromproduktion in Solar- und Windparks oder Biogasanlagen komme es häufiger zu kleinsten Netzschwankungen, die rasch ausgeglichen werden müssten. Dazu diene der vollautomatisch arbeitende Batteriespeicher. Laut einer neuen Studie braucht Deutschland solche Batteriespeicher allerdings gar nicht.

          Vor der Inbetriebnahme in Schwerin wurde noch einmal alles geprüft.
          Vor der Inbetriebnahme in Schwerin wurde noch einmal alles geprüft. : Bild: dpa

          Fachleute sehen derzeit jedoch vor allem in der flexiblen Fahrweise von Gaskraftwerken, einem aktiven Lastmanagement bei industriellen Stromverbrauchern sowie im Stromhandel mit Nachbarstaaten die effektivsten Möglichkeiten der schwankenden Ökostrom-Produktion zu begegnen. Fortschritte bei Speichertechnologien werden vor allem bei Elektroautos und in der chemischen Industrie erwartet.

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