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Werksschließungen : Siemens-Beschäftigte wollen gegen Stellenabbau kämpfen

  • Aktualisiert am

Plakativer Protest: 2017 forderten Siemens-Beschäftigte in Offenbach den Erhalt ihrer Stellen - nach Verhandlungen mit dem Management bleibt die Mehrzahl erhalten Bild: dpa

Von besinnlicher Vorweihnachtszeit kann für tausende Siemens-Mitarbeiter keine Rede sein. Die vom Konzern angekündigten Stellenstreichungen stoßen auf erheblichen Widerstand.

          Siemens stehen unruhige Wochen ins Haus: Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaft haben entschiedenen Widerstand gegen den angekündigten Abbau Tausender Arbeitsplätze angekündigt. Schon zur Verkündung der umstrittenen Pläne am Donnerstag gab es erste Protestaktionen, weitere sind geplant. So hat die IG Metall an diesem Freitag zu einer Demonstration gegen die drohende Schließung des Siemens-Standorts Offenbach aufgerufen. Im Berliner Dynamowerk ist eine Kundgebung geplant.

          Der Münchener Dax-Konzern hatte die Streichung von weltweit 6900 Stellen angekündigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Die Werke in Görlitz und Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen komplett geschlossen werden. In Berlin stehen insgesamt 870 Stellen auf der Streichliste, am Standort Mülheim an der Ruhr sollen 640 Stellen wegfallen. Auch Offenbach gilt als hoch gefährdet, weil die Kraftwerksplanung im gut 200 Kilometer entfernten Erlangen konzentriert werden soll.

          Als Grund für die Einschnitte nannte Siemens schlechte wirtschaftliche Perspektiven für die Sparten Kraftwerksbau und Antriebstechnik. Die IG Metall sieht mit der Ankündigung möglicher betriebsbedingter Kündigungen und den drohenden Standortschließungen gültige Vereinbarungen mit dem Dax-Konzern verletzt. „Für uns ist klar, dass Offenbach dicht gemacht werden soll“, erklärte die Offenbacher Bevollmächtigte Marita Weber. Dagegen werde man entschlossen Widerstand leisten und Alternativen entwickeln.

          Auch Widerstand gegen ostdeutsche Werksschließungen

          Die Schließungspläne für Görlitz und Leipzig haben auch in Sachsen Empörung ausgelöst. Die IG Metall kündigte an, die Pläne nicht hinnehmen zu wollen. Man werde „alles dafür tun“, dass der Standort Görlitz erhalten bleibe, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen, Jan Otto.

          Für den 23. November sei eine Demonstration in Berlin mit 300 Mitarbeitern des Turbinenwerks geplant. In Leipzig hatten am Donnerstag schon vor Bekanntwerden der Kürzungspläne 300 Mitarbeiter für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes demonstriert, wie die Gewerkschaft mitteilte. Am Abend versammelten sich mehrere Dutzend Angestellte vor dem Görlitzer Werk zu einer Art Mahnwache.

          In Berlin sollen im Dynamowerk 570 Arbeitsplätze wegfallen, im Gasturbinenwerk in Berlin-Moabit ist der Abbau von etwa 300 Stellen geplant. Die IG Metall kündigte an, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. Siemens-Chef Joe Kaeser habe „erst letzte Woche Rekordgewinne verkündet. Die seit zehn Jahren geltende Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung, die Kündigungen und Standortschließungen ausschließt, wird von Siemens mit Füßen getreten“, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel. „Wir fordern Herrn Kaeser auf, die Pläne für Schließungen und Stellenabbau zurückzunehmen.“

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