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Entwicklung zur Smart City : Sieben Städte bewerben sich um die Automesse IAA

Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Eröffnungsrundgangs auf der IAA im Jahr 2019 Bild: dpa

Von der angestaubten Automesse zur Mobilitäts-Schau: Der Automobilverband VDA sucht für die IAA nach einem neuen Konzept und einem neuen Standort.

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          Sieben deutsche Städte bewerben sich um die Internationale Automobilausstellung (IAA). Voraussichtlich wird im März feststehen, ob Frankfurt die traditionelle Messe weiter ausrichten wird – oder ob sie künftig alle zwei Jahre im September in Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Stuttgart oder München stattfinden wird. Zuletzt war der Zuspruch von Ausstellern und Besuchern für die IAA spürbar geschwunden. Viele internationale Hersteller und Zulieferer waren nicht mehr nach Frankfurt gekommen; die Besucherzahl sank auf rund eine halbe Million. Nicht wenigen im Verband der Automobilindustrie (VDA) erschien das hergebrachte Konzept der großen Fahrzeugschau als angestaubt und überholt. Nach der letzten IAA im September entschied der Verband sich deshalb für eine grundlegende Erneuerung.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Schon vor rund einem Monat kündigte der VDA an, die neue IAA solle „heraus aus den Hallen“. Sie soll keine Autoschau auf einem abgegrenzten Messegelände mehr sein, sondern eine „Mobilitätsplattform“. Die Besucher sollten künftig alle Formen der Mobilität „erleben“ können, heißt es dazu im VDA. Anders als bisher soll die Gastgeber-Stadt sehr eng in das Konzept  einbezogen werden. „Das soll man bereits erleben können, wenn man am Bahnhof oder Flughafen ankommt: Hier betreten Sie einen Ort mit intelligenten Verkehrskonzepten, mit einer vernünftigen Vernetzung der Verkehrsträger, auf nachhaltiger Basis“, sagte VDA-Geschäftsführer Martin Koers am Mittwoch. „Die neue IAA ist mehr als eine Automesse – sie ist ein Konzept, mit der sich die austragende Stadt gemeinsam mit uns zur einer Smart City entwickeln soll.“ Die IAA könne so  als Katalysator für das Mobilitätskonzept der Stadt wirken – auch unter Einbeziehung des öffentlichen Nahverkehrs. Hinter dem neuen Konzept steht die Vorstellung, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich bisher nicht besonders für Verkehrsthemen interessierten – oder die sogar bestimmten Formen der Mobilität sehr kritisch gegenüberstehen. Der Verband will den „Bürgerdialog“ verstärken.

          Neben Diskussionsveranstaltungen sowie  Testparcours für elektrisches und autonomes Fahren in die Stadt hinein soll die IAA aber auch „Schaufenster für Spitzentechnologie“ bleiben, wie der Verband versichert. „In Deutschland wurde das Auto erfunden, in Deutschland sollen auch die intelligenten, nachhaltigen Mobilitätslösungen der Zukunft entstehen. Auf der IAA soll man sie sehen und erleben können“, sagte Koers. Und er ergänzt: „Wir wollen internationale Marken, die wir verloren haben, zurückgewinnen.“ Eine Dominanz bestimmter Aussteller solle es nicht geben. Maßstab für Qualität und Relevanz der Messe sollen nicht mehr nur Quadratmeter und Besucherzahlen sein. Koers sagte: „Die IAA ist das Spiegelbild der Automobilindustrie, einer Branche, die sich gerade wandelt wie nie zuvor. Die dabei ist, saubere, digitale, vernetzte Fahrzeuge zu entwickeln. Irgendwann einmal hat es gereicht, Tücher von Produktneuheiten zu ziehen. Heute reicht das nicht mehr.“

          Einen Favoriten gibt es noch nicht

          Im Wettbewerb um den Zuschlag sitzen Vertreter der sieben Städte und des Automobilverbandes in diesen Wochen zusammen, um die Vorstellungen von dieser neuen IAA auszuloten. Von „Briefings“ und „Boxenstopp-Terminen“ ist die Rede. Am 23. und 24. Januar müssen die Bewerber Farbe bekennen und vor den Marketingchefs ausgewählter Hersteller und Zulieferer ihre Ideen präsentieren. Am 29. Januar wird die VDA-Führung daraus vermutlich zwei Favoriten bestimmen, mit denen sie dann im Detail weiterverhandelt – auch über Finanzierungskonzepte. Die IAA müsse sich finanziell tragen, heißt es. Der Verband will sich nicht mehr wie bisher langfristig an einen Standort binden, aber doch auf jeden Fall „mittelfristig“ für einige Jahre, damit Mobilitätskonzept umgesetzt werden können. Einen Favoriten für die neue IAA, so wird versichert, gebe es noch nicht. 

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