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Sicherheitsmerkmale : Der Schein kann trügen

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Nur einer ist echt: Die Blüten leuchten zu hell im UV-Licht Bild: dpa

Vor und während der Einführung des Euro muss man sich nicht nur vor falschen neuen Scheinen hüten. Auch Fälschungen der alten D-Mark-Noten haben Hochkonjunktur.

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          Viele Geldscheine werden in den nächsten Monaten noch durch Ihre Hände gehen. Die Gefahr, dass sich darunter eine Fälschung befindet, steigt mit dem Nahen der Euro-Umstellung an.

          Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die Hektik der Umstellungsphase es den Fälschern erleichtern könnte, Blüten in den Verkehr zu bringen. Vor allem im Januar, wenn es an den Kassen im Einzelhandel hoch her geht und sich die Menschen noch nicht an die neuen Banknoten gewöhnt haben, besteht erhöhtes Risiko, dass falsche Scheine unbemerkt in Umlauf kommen.

          Hochkonjunktur für D-Mark-Blüten

          Die Polizei befürchtet allerdings auch vor der Euro-Einführung ein erhöhtes Falschgeldaufkommen. Schließlich sind die nächsten sechs Monate die letzte Chance für Betrüger, ihre D-Mark-Bestände loszuwerden. Außerdem könnte es zu einem erhöhten Falschgeld-Rückfluss aus den mittel- und osteuropäischen Staaten kommen, in denen die D-Mark parallel zur Nationalwährung benutzt wurde und ab dem 1. Januar 2002 dort auch ihre Gültigkeit verliert.

          Die Bundesbank hat für die erste Hälfte diesen Jahres bereits eine Zunahme der umlaufenden Falschgeldmenge festgestellt. „Wenn wir das auf das nächste Halbjahr hochrechnen, kommen wir auf einen Anstieg von rund 50 Prozent,“ sagt Dietmar Thiele von der Falschgeldstelle der Deutschen Bundesbank, die alle im Bankensystem ankommenden Blüten zählt und auf ihre Fälschungstechniken hin analysiert.

          Farbkopien weit verbreitet

          Dietmar Thiele glaubt allerdings nicht, dass zur Zeit „große Depots geleert werden“. Denn die meisten der falschen Freunde seien aus neueren Druckserien. Den Fälschern kämen in letzter Zeit verstärkt technische Neuerungen zugute: rund 90 Prozent aller Fälschungen seien auf Farbdruckern oder -kopierern entstanden.

          Das Lieblingsobjekt der kriminellen Gelddrucker ist der Zwanzig-Mark-Schein, der geringere Sicherheitsmerkmale aufweist als die größeren Banknoten und aufgrund seines relativ geringen Wertes auch nicht ganz so misstrauisch beäugt wird. Die Fünfzig-, Hundert- und Zweihundert-Mark-Scheine sind seit 1997 nicht mehr ganz so beliebt bei Fälschern. Grund dafür war die Verbesserung der Sicherheitsmerkmale in Form von farbigen Hologrammen, die nur sehr schwer nachzumachen sind (siehe Link „Sicherheitsmerkmale der D-Mark-Noten“).

          Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass es im Zuge der Euro-Umstellung zu einem Anstieg der gefälschten Geldmenge kommt, Beweise dafür gibt es nicht. „Das Falschgeldaufkommen schwankt“, erklärt Thiele. 1993 sei bespielsweise auch ein Jahr mit sehr hohem Falschgeldumlauf gewesen, „auch ohne den Euro“.

          Auch im Ausland Gefahr

          Sein Rat an die Verbraucher ist daher auch nicht neu: sich die Sicherheitsmerkmale einprägen und die Geldscheine bei Erhalt prüfen. Das gilt natürlich auch für Reisen ins Euro-Ausland, wo die Situation ähnlich ist und ebenfalls Lire-, Peseta- und andere Blüten im Umlauf sind. Vor allem vor dem Geldwechsel bei privaten Händlern oder auf der Straße warnen Polizei und Bundesbank. Hier seien Sicherheitsrisiken einfach nicht auszuschließen.

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