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Wegen Haushaltsstreit : Shutdown für die Liebe in Washington

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Auf einem Tisch liegt ein zerrissenes Hochzeitsfoto und ein Ehering. Bild: dpa

Der Stillstand der amerikanischen Bundesbehörden trifft Heiratswillige in Washington mitten ins Herz: Weil das Standesamt geschlossen bleibt, können sie nicht heiraten.

          Die Liebe kennt keine Grenzen, heißt es oft so schön. In Washington trifft dieses romantische Bonmot jedoch derzeit auf die harte Realität – zumindest für all jene, die den Bund fürs Leben schließen wollen. Wegen des seit zwei Wochen andauernden „Shutdowns“ der amerikanischen Regierung, muss das am Gericht der Hauptstadt angesiedelte Standesamt bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

          Grund für den Stillstand zahlreicher amerikanischer Behörden ist, dass sich die Republikaner um Präsident Donald Trump und die Opposition nicht auf die Finanzierung von Teilen der Bundesregierung einigen können. Knackpunkt ist der von Trump angestrebte Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, für die der Präsident mehrere Milliarden Dollar im Haushaltsbudget einplanen will.

          Paare werden höflich abgewiesen

          Vielen heiratswilligen Paaren vermasselte die Schließung des Standesamtes die seit Monaten geplante Feier – sie ahnten schlichtweg nicht, dass das Standesamt in Washington anders als die Standesämter in den Bundesländern aus Bundesmitteln finanziert wird. Grund dafür ist die Sonderrolle des Hauptstadtbezirks. 

          Dan Pollock und seine Freundin Danielle Geanacopoulos beispielsweise standen vergangene Woche vor verschlossenen Türen, als sie am Standesamt Papiere für ihre Heirat abholen wollten. „Als wir am Gerichtsgebäude ankamen, haben sie uns höflich abgewiesen“, sagte Pollock. Den „Wahnsinnsspaß“ bei der Hochzeitsfeier habe man sich trotzdem nicht nehmen lassen – auch wenn die Heirat noch offiziell gemacht werden muss. Über die vereitelten Heiratspläne des Paares hatten zahlreiche amerikanische Medien wie die „Washington Post“ berichtet. 

          Während des Shutdowns bleiben die betroffenen Bundesbehörden in der Regel nicht gänzlich geschlossen, sondern arbeiten eingeschränkt mit einer Notbesetzung weiter. Auch in Washington sind die Gerichte weiterhin geöffnet. Das führt jetzt zu einer amüsanten Situation: Weil nicht das Standesamt, sondern das Familiengericht für Scheidungen zuständig ist, sind diese anders als die Eheschließung weiterhin möglich.

          Diesen Zustand will Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser so nicht stehen lassen: Ein Notstandsgesetz soll Paaren in der Hauptstadt auch während des Shutdowns ein Happy End für ihre Liebe ermöglichen.

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