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Debatte über Corona-Hilfen : Die Krise der Selbständigen

Zeichen setzen in der Krise: Ein Musikerpaar spielt auf dem Balkon. Bild: dpa

Kaum Umsatz, kein Kurzarbeitergeld: Selbständige fühlen sich von der Politik ungerecht behandelt. Über eine wachsende Entfremdung – und was daraus folgt.

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          Matthias Haase ist verstimmt. Der freiberufliche Musiker leidet unter den staatlichen Auflagen wegen des Coronavirus. Konzerte sind weiter nicht möglich, der Unterricht an Musikschulen läuft nur langsam wieder an. Die Soforthilfe des Berliner Senats hat Haase weitgehend aufgebraucht. Hartz IV kann er nicht beantragen, weil er fürs Alter mehr Geld zurückgelegt hat als vom Jobcenter erlaubt. „Natürlich ist man als Freiberufler immer dem Wagnis ausgesetzt, dass es auch mal schlechter laufen kann.“ Aber dies sei keine gewöhnliche Krise. „Die Politik hat mir quasi ein Berufsverbot erteilt.“

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

          4,1 Millionen Selbständige gibt es in Deutschland, das ist etwa jeder zehnte Erwerbstätige. Wie sich ihre finanzielle Situation in der Corona-Krise entwickelt hat, zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der F.A.Z. vorliegt. 57 Prozent aller Selbständigen haben demnach mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Im Schnitt erzielen die Betroffenen nur noch etwas mehr als ein Drittel des früheren Niveaus.

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