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Kampf gegen Obdachlosigkeit : Seattle beschließt umstrittene Steuer

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Unterstützer und Gegner der umstrittenen Obdachlosen-Steuer im Mai 2018 bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus von Seattle. Bild: AP

Teure Mieten sorgen in Seattle dafür, dass viele Menschen auf der Straße leben müssen. Mit einer Steuer will die Stadt dieses Problem nun bekämpfen. Auch Amazon muss zahlen.

          Die Amazon -Heimatstadt Seattle führt eine umstrittene neue Steuer ein, bei der größere Unternehmen jährlich 275 Dollar pro Mitarbeiter zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit zahlen müssen.

          Der Stadtrat nahm in der Nacht zum Dienstag eine von Bürgermeisterin Jenny Durkan ausgehandelten Kompromissvorschlag statt der ursprünglich angepeilten 500 Dollar pro Mitarbeiter an. Die Steuer soll ab 2019 rund 47 Millionen Dollar jährlich bringen und ist zunächst auf fünf Jahre angesetzt.

          Amazon kommt mit seinen 40.000 Mitarbeitern in der Stadt auf einen Betrag von elf Millionen Dollar pro Jahr. Der Online-Händler hatte aus Protest gegen die Steuerpläne den Bau eines neuen Gebäudes in der Stadt gestoppt.

          Tech-Unternehmen treiben die Mieten nach oben

          Jetzt werden die Arbeiten fortgeführt, auch wenn Amazon sich enttäuscht zeigte. Man hinterfrage einen weiteren Ausbau in Seattle, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern ist bereits seit Monaten auf der Suche nach einem Standort für ein zweites Hauptquartier in Amerika.

          Die Steuer gilt für Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz über 20 Millionen Dollar. Bezahlt werden muss auf jeden Beschäftigten, der mindestens 1920 Stunden pro Jahr arbeitet. Nach Schätzungen des Stadtrats werden rund 585 Arbeitgeber davon betroffen sein – rund drei Prozent aller Unternehmen in Seattle.

          In der Stadt war zuletzt die Zahl der Obdachlosen stetig gewachsen, als ein Grund dafür wird der Anstieg der Mietpreise gesehen, weil Seattle zunehmend zum Standort für Tech-Unternehmen wird.

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