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Schwere Rezession möglich : OECD warnt vor Teufelskreis in der Eurozone

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Durch die jüngsten Ereignisse im Euroraum „haben sich die Abwärtsrisiken zusätzlich erhöht“, schreibt die OECD. Bild: Reuters

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognose für den Euroraum gesenkt und erwartet nun einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Möglich sei aber auch eine schwere Rezession.

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          Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht das Risiko einer schweren Rezession in der Eurozone. Möglich sei ein wirtschaftlicher Rückgang von 2 Prozent, erklärte Chefökonom Pier Carlo Padoan am Dienstag in Paris. Er forderte die Regierungen der Eurostaaten und die Europäische Zentralbank auf, schnell zu handeln, um ein Übergreifen auf die Weltwirtschaft zu verhindern.

          Rückgang der Wirtschaftskraft um 0,1 Prozent erwartet

          Die Organisation hatte zuvor ihren halbjährigen Wirtschaftsausblick veröffentlicht. Darin sind die Aussichten zwar keineswegs rosig, allerdings doch deutlich besser als das Szenario, vor dem der Chefökonom warnt. Demnach dürfte die Wirtschaft in der Eurozone um 0,1 Prozent schrumpfen, teilte die Organisation mit. Bislang hatte sie ein geringfügiges Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr werde sich die Konjunktur wahrscheinlich leicht erholen, das Wachstum um 0,9 Prozent anziehen.

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          Mit Blick auf die einzelnen Länder rechnet die OECD für Deutschland mit robusten Wachstumsraten von 1,2 Prozent in diesem und 2 Prozent im nächsten Jahr. Für andere Länder sieht der Ausblick hingegen düster aus. Die Wirtschaftsleistung Spaniens werde demnach um 1,6 Prozent und 0,8 Prozent schrumpfen. Italiens Wachstum wird mit minus 1,7 Prozent (2012) und minus 0,4 Prozent (2013) prognostiziert. Auch für Griechenland, Portugal und Slowenien erwartet die OECD in diesem und im kommenden Jahr einen Rückgang der Bruttoinlandsprodukte.

          „Grundlegende wirtschaftliche und finanzielle Ungleichgewichte“

          Durch die jüngsten Ereignisse im Euroraum „haben sich die Abwärtsrisiken zusätzlich erhöht“, schreibt die Organisation. Die sich wieder verschärfende Krise in der Währungsunion stelle nach wie vor das größte Risiko für die Weltwirtschaft dar. „Die von den Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen ausgehende Bremswirkung könnte erheblich sein, besonders in einigen Ländern“, mahnt Chefökonom Padoan. Verantwortlich dafür macht er „grundlegende wirtschaftliche, fiskalische und finanzielle Ungleichgewichte innerhalb des Euroraums“.

          „Vor diesem Hintergrund wächst die Gefahr eines Teufelskreises, der durch eine hohe und nicht abnehmende Verschuldung, ein schwaches Bankensystem, eine zu starke fiskalische Straffung und ein niedrigeres Wachstum in Gang gesetzt werden könnte“, heißt es in dem Bericht, der zugleich vor einer „Reformmüdigkeit“ in mehreren Euro-Ländern warnt.

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