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Nach dem Franken-Schock : Schweizer Notenbank weiter am Devisenmarkt aktiv?

  • Aktualisiert am

Der Franken-Schock: Am Freitag wollen viele Schweizer Euro abheben in Genf - um auf der anderen Seite der Grenze einzukaufen. Bild: dpa

Die Schweizer Notenbank hat wohl auch in der vergangenen Woche Milliarden für Währungskäufe ausgegeben. Notenbankchef Jordan schließt auch künftige Eingriffe nicht aus. Und die Politik hat einen Wunsch.

          Ist die Schweizer Notenbank weiter am Devisenmarkt aktiv? Franken-Währungshüter Thomas Jordan sagte während der Pressekonferenz in der vergangenen Woche ausdrücklich, dass die Schweizer Nationalbank auch künftig am Devisenmarkt eingreifen wird, wenn sie es für notwendig erachtet - nur das offizielle Ziel ist vom Tisch. Auch aus der eidgenössischen Politik kam am Wochenende ein Hinweis. Die Schweizer Finanzministerin Evelin Widmer Schlumpf wird mit der Äußerung zitiert, die Schweizer Wirtschaft könne mit einem Kurs von 1,10 Franken je Euro leben. „Ein Euro-Kurs von 1,10 Franken ist für die Wirtschaft verkraftbar“. Das ist natürlich zunächst einmal nur eine Feststellung. Wenn sie aber nach einer solch turbulenten Woche herauskommt, lässt sie sich schnell auch als diplomatisch verklausulierte Aufforderung deuten.

          Derzeit beträgt das Tauschverhältnis eins zu eins. Dorthin rutschte der Euro-Kurs ab, als die SNB am vergangenen Donnerstag überraschend den Mindestkurs des Franken zum Euro abschaffte. Daraufhin purzelten nicht nur an den Währungsmärkten die Kurse: An der Börse in Zürich brachen die Aktienkurse ein, schweizerische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten unterhalb von null Prozent.

          SNB-Chef Thomas Jordan begründete den Paukenschlag damit, dass sich die Überbewertung des Franken - der Grund, aus dem vor mehr als drei Jahren die Kursuntergrenze eingeführt worden war - sich mittlerweile abgebaut habe. Als sicher gilt aber auch, dass die SNB nicht weiter am Devisenmarkt mit riesigen Milliardenbeträgen intervenieren möchte. Hätte sie die Kursuntergrenze nicht abgeschafft, müsste sie das vermutlich auch in den kommenden Wochen tun, wenn weil an diesem Donnerstag die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik wahrscheinlich weiter lockern und auch Staatsanleihekäufe beschließen wird.

          Zumindest in den Tagen unmittelbar vor der Entscheidung intervenierte die SNB wohl noch mit Milliarden am Devisenmarkt. Darauf deuten aktuelle Daten der Franken-Zentralbank hin: Die sogenannten Giroguthaben der Finanzinstitute bei der Schweizerischen Nationalbank stiegen in der vergangenen Woche um mehr als zehn Milliarden auf 339,6 Milliarden Franken. In der Woche davor hatte sich das Wachstum auf rund 1,4 Milliarden Franken belaufen. Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern.

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