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Schweizer Großbank : UBS sieht sich für neue Eigenkapitalregeln gerüstet

  • -Aktualisiert am

Axel Weber Bild: Reuters

Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber ist vor drei Jahren zur Schweizer Großbank UBS gewechselt. Im Gespräch mit der F.A.Z. zeigt er sich zufrieden mit dem Umbau seiner Bank.

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          Die Großbank UBS hat keine Angst vor der bevorstehenden Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften in der Schweiz. „Ich bin zuversichtlich, dass die UBS mit ihrer guten Ausgangslage die künftigen Standards erfüllen wird, wenn diese vernünftig und mit Augenmaß gewählt werden“, sagte Axel Weber, der Verwaltungsratspräsident der UBS, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ohne den Rivalen Credit Suisse, der an diesem Mittwoch wohl eine Kapitalerhöhung bekanntgeben wird, zu erwähnen, sagte Weber: „Mit einer Kernkapitalquote von 14,4 Prozent auf risikogewichteter Basis sind wir besser aufgestellt als die meisten anderen Großbanken.“

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Der ehemalige Bundesbankpräsident war vor dreieinhalb Jahren zur UBS gewechselt. Seinen Blickwinkel auf die Finanzbranche habe dies nicht verändert. „Ich halte einen Großteil der verschärften Regulierung im Bankensystem für notwendig. Die Regulierung war und ist wichtig, um das Finanzsystem zu stabilisieren und Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, von dem wir als Bank letztlich leben“, sagte Weber der F.A.Z. Der Umbau der UBS sei letztlich auch eine Reaktion auf das regulatorische Umfeld gewesen. „Wir sind heute sehr viel konservativer aufgestellt als viele Wettbewerber.“

          Die UBS habe zuletzt rund eine Milliarde Franken in die Digitalisierung investiert. „Damit sind wir an der Spitze der Bewegung und müssen nicht befürchten, von rechts oder links überholt zu werden“, sagte Weber. Lobende Worte fand er für John Cryan, der früher Finanzchef der UBS war und heute die Deutsche Bank führt: Cryan habe sich seinerzeit um die Stabilisierung der UBS verdient gemacht: „Ich schätze ihn und seinen Sachverstand.“

          Mit Blick auf die Entwicklung in Europa nahm Weber kein Blatt vor den Mund: „Ich halte den in Europa oft gelobten Weg der zunehmenden Zentralisierung von Entscheidungen als alleinigen Weg für falsch, ja sogar für gefährlich. Dadurch setzen sich oft die rigidesten Strukturen durch.“ Angesichts der hohen Schulden, Steuern und Staatsquoten in Europa gelte es, die bestehenden Strukturen zu hinterfragen. „Doch im Zuge jeder Krise - und es wird weitere geben - werden immer mehr Kompetenzen nach Brüssel verlagert. Dadurch werden Unterschiede zwischen den Staaten nivelliert.“

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