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Airline-Catering : Chinas HNA verdrängt Lufthansa als führenden Bordverpfleger

Große Ziele des Touristikkonzerns HNA: Weltmarktspitze bei Bordverpflegung dank Neuerwerb der Gategroup Bild: Reuters

Der chinesische Touristikkonzern HNA verfolgt ein großes Ziel. Der Kurs steht auf Weltmarktführung in der Bordverpflegung. Mit dem Neuerwerb der Gategroup ist man dem ehrgeizigen Vorhaben einen deutlichen Schritt näher gekommen.

          Der chinesische Touristikkonzern HNA hat nach seiner Einkaufstour in Europa Großes vor: „Wir wollen unseren Neuerwerb Gategroup zum unbestrittenen Weltmarktführer für Bordverpflegung machen“, gab Vorstandschef Adam Tan im April als Losung aus. Gesagt, getan. Wenige Monate später hat Tan sein Ziel erreicht.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kurz nach dem Kauf des Schweizer Catering-Anbieters Gategroup rückt HNA jetzt mit der Kontrolle beim französischen Konkurrenten Servair auf den Spitzenplatz der Branche vor. In den Jahren zuvor hatte diese Position der zum Lufthansa-Konzern gehörende Dienstleister LSG Sky Chefs inne. Doch nach seinem jüngsten Coup setzt der chinesische Mutterkonzern in dem wachstumsträchtigen Geschäftsfeld insgesamt 4,4 Milliarden Franken (4,1 Milliarden Euro) um. Der Rivale aus Deutschland erlöst dagegen mehr als drei Milliarden Euro im Jahr.

          Gategroup ging aus dem Nachlass der vor Jahren in Konkurs gegangenen Swissair hervor und wurde vor wenigen Wochen für 1,4 Milliarden Franken von HNA übernommen. Mit Air France, dem bisherigen Eigentümer von Servair, einigten sich die Chinesen jetzt auf den Kauf eines 50-Prozent-Pakets minus einer Aktie zu einem Preis, dessen Höhe auf einen dreistelligen Millionenbetrag taxiert wird. Zur Finanzierung dieser Transaktion plant Gategoup im ersten Halbjahr 2017 eine Kapitalmarkttransaktion, bevor die Unternehmensgruppe dann vollständig von der Börse genommen wird.

          Massive Expansion aus Fernost

          Nach dem rasant vollzogenen Einstieg ins globale Cateringgeschäft stellt sich HNA in der Luftfahrt und Touristik immer breiter auf. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar in diverse Beteiligungen investiert, um die Expansion außerhalb der Heimat voranzutreiben.

          So betreibt der privat geführte Konzern gegenwärtig 13 Flughäfen und 14 Fluggesellschaften im Reich der Mitte. Im Ausland führen die Chinesen bei den Gesellschaften Aigle Azur in Frankreich, der brasilianischen Azul und Africa World Airways aus Ghana Regie. Neuerdings mischt HNA auch als Eigentümer beim Schweizer Bodenabfertiger Swissport oder als Betreiber der europäischen Hotelketten NH Hotels und Carlson mit. Der rührige Investor aus Fernost ist auch als Betreiber des Flughafens Hahn im Hunsrück im Gespräch.

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