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Neue Gesetzgebung : Warum die Preise in der Schweiz sinken könnten

Rot, süß, teuer: In der Schweiz kosten die Edel-Schokokugeln von Lindt & Sprüngli noch mal einen Happen mehr. Bild: Bloomberg

Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel. Doch das soll sich künftig ändern. Mit neuen Gesetzen kämpft die Regierung gegen die überhöhten Preise. Essen bleibt trotzdem teuer.

          5 Min.

          Die Schweiz ist ein teures Pflaster. Das merkt der Autofahrer, der an der Raststätte 5 Franken für einen Espresso berappt, und der Skifahrer in Zermatt, der in der Rothorn-Pizzeria an der Bergstation 13,50 Franken für eine Gemüsesuppe, 26 Franken für einen Teller Spaghetti Carbonara und 8 Franken für ein Gläschen Wein (0,1 Liter) hinblättert. Für Gäste aus Deutschland sind das schwer verdauliche Preise, zumal die Rechnung in Euro nicht viel freundlicher ausfällt. Schließlich bewegt sich der Franken gerade wieder in Richtung Parität zur Gemeinschaftswährung. Gemessen am Big-Mac-Index, ist die Schweiz das teuerste Land der Welt. Dort kostet der pappige Burger umgerechnet gut 7 Dollar – Weltrekord.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Der hohe Preis spiegelt die starke Kaufkraft der Schweizer. Deren Löhne sind über den dicken Daumen etwa doppelt so hoch wie in Deutschland, wobei die Wochenarbeitszeit länger und die Urlaubszeit kürzer ist. Daher werden in der Regel nur die Ausländer blass um die Nase, wenn sie im Lokal die Speisekarte studieren und der Preise gewahr werden. Wer in der Schweiz lebt, dort gut verdient und um die hohen Mieten weiß, der versteht, dass auch ein personalintensiver Dienstleistungsbetrieb wie ein Restaurant irgendwie auf seine Kosten kommen muss. Aber das Verständnis der Schweizer für hohe Preise endet dort, wo sie für ein Produkt einen gewaltigen Aufschlag im Vergleich zum Ausland zahlen sollen.

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