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Seuche erreicht Westeuropa : Bauern warnen vor „katastrophalen Auswirkungen“ der Schweinepest

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Die Afrikanische Schweinepest wird meist durch Wildschweine übertragen. Bild: dpa

Die Afrikanische Schweinepest endet meist innerhalb weniger Tage tödlich. Nun hat die Seuche die deutsche Grenze erreicht – und könnte die deutschen Schweinehalter hart treffen.

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          Bauernpräsident Joachim Rukwied hat vor „katastrophalen wirtschaftlichen Auswirkungen“ durch die Afrikanische Schweinepest für die Landwirte gewarnt. Da die Schweinehalter bereits stark unter Druck stünden, könnte sie die Tierseuche nun umso härter treffen, sagte Rukwied der „Passauer Neuen Presse“.

          „Wenn jetzt auch noch die Afrikanische Schweinepest ausbrechen sollte, könnte das Jahr 2018 einschneidende Strukturveränderungen nach sich ziehen“, warnte der Präsident des Deutschen Bauernverbands. Es sei nun eine „gewaltige Anstrengung“ nötig, um das Virus zu bekämpfen. „Jetzt ist es besonders wichtig, dass die Schweinehalter in ihren Betrieben alle Bio-Sicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen“, sagte Rukwied.

          Die Afrikanische Schweinepest ist eine Infektionskrankheit, die bei Wild- und Hausschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich endet. Sie breitet sich über Wildschweine aus, kann aber auch über verseuchte Speisereste, Viehtransporter und Stallkleidung übertragen werden. Bislang gibt es keine wirksamen Medikamente. Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht.

          Niedersachsen will Wildschwein-Jagd erleichtern

          Ende vergangener Woche trat die Seuche erstmals in Westeuropa auf. Sie wurde in Belgien nachgewiesen - rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt zunächst an zwei Wildschweinen. Bis Montag kamen drei weitere Nachweise hinzu. Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts in Europa bereits mehr als 5000 Fälle von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen. Betroffen waren bislang das Baltikum, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine. Begonnen hatte der aktuelle Seuchenzug 2007 in Georgien am Schwarzen Meer - ausgelöst wahrscheinlich durch Speiseabfälle von einem aus Afrika gekommenen Schiff.

          Das Land Niedersachsen will wegen der näher rückenden Schweinepest die Jagd auf Wildschweine erleichtern. Der Agrarausschuss will sich am Mittwoch mit einer entsprechenden Verschärfung des Jagdgesetzes befassen. Diese ist seit längerem geplant, hat aber nach dem jüngsten Ausbruch der Seuche in Belgien neue Aktualität bekommen. Weil Schwarzwild die Seuche übertragen kann, will Niedersachsen die Population reduzieren. Dabei sollen künftig notfalls sogar Muttertiere erlegt werden dürfen, sollte die Pest ausbrechen. Ein Übergreifen auf Hausschweine hätte Schäden in Milliardenhöhe zur Folge. Auch das Schießen vom Auto aus soll dann bei Jagden auf Schwarzwild etwa während der Maisernte erlaubt werden.

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