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Schwacher PC-Markt : Microsoft patzt mit Quartalsergebnis

  • Aktualisiert am

Hoffnungsträger: Das Surface-Tablet von Microsoft mit dem Betriebssystem Windows 8. Bild: dpa

Google ist nicht der einzige Technologiekonzern, der schlechte Zahlen vermeldet: Auch Microsoft leidet unter dem schwächelnden PC-Markt. Kurz vor Einführung des neuen Windows 8 vermeldete der Konzern einen sinkenden Umsatz.

          Kurz vor dem Verkaufsstart des neuen Betriebssystems Windows 8 hat Microsoft einen Durchhänger. Weil das aktuelle Windows 7 sich nur noch schwer verkauft und der gesamte PC-Markt schwächelt, sank der Konzernumsatz im ersten Geschäftsquartal bis Ende September um 8 Prozent auf 16 Milliarden Dollar (12,2 Milliarden Euro). Der Gewinn sackte um 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar ab, wie Microsoft nach dem amerikanischen Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

          Analysten hatten schon damit gerechnet, dass viele Kunden auf das neue Windows 8 warten oder gleich ganz auf die Neuanschaffung eines PCs zugunsten mobiler Geräte wie Tablet-Computer oder Smartphones verzichten. Doch mit einem derart starken Rückgang beim Umsatz hatten die Experten nicht gerechnet. Die Aktie fiel nachbörslich um mehr als ein Prozent.

          „Beginn einer neuen Ära“

          „Der Start von Windows 8 ist der Beginn einer neuen Ära für Microsoft“, sagte Konzernchef Steve Ballmer. Es ist die wichtigste Neuvorstellung seit vielen Jahren: Zusammen mit dem PC-Betriebssystem kommen eine Version für Smartphones und eine für Tablet-Computer heraus. Bei den mobilen Geräten hinkt Microsoft bislang Apple mit iPhone und iPad sowie Googles Betriebssystem Android hinterher. Deshalb hängt so viel von Windows 8 ab.

          Das Markenzeichen des Betriebssystems sind die großen bunten Farbflächen zum Starten von Programmen - ideal zum Antippen auf berührungsempfindlichen Bildschirmen, aber möglicherweise irritierend für Windows-Nutzer auf klassischen Notebooks und Desktops. Windows 8 erscheint am 26. Oktober. Parallel kommen abgestimmte neue Versionen der Office-Büroprogramme, von Server-Software und des Browsers Internet Explorer heraus. „Die Investitionen, die wir über eine Reihe von Jahren gemacht haben, fügen sich nun ineinander“, sagte Ballmer.

          Er versprach außergewöhnliche Geräte und Services. Eines davon ist der Microsoft-eigene Tablet-Computer Surface, den es in Deutschland ab 479 Euro geben wird. Das ist soviel wie das günstigste iPad von Apple kostet. Vorbestellungen sind bereits möglich.

          Doch zunächst musste Ballmer den Anlegern ein kräftiges Schrumpfen des Windows-Geschäfts beibringen: Der Umsatz der Sparte fiel um ein Drittel, der Gewinn halbierte sich sogar. Das verwunderte nicht weiter: Nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner waren die PC-Auslieferungen im vergangenen Quartal um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen. Microsoft bekam auch in der sogenannten Business Division mit den Office-Programmen etwas weniger heraus. Es sind Microsofts wichtigste Standbeine.

          Als Geldverbrennungsmaschine erwies sich wie schon in den Quartalen zuvor das Internet-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing und das Portal msn.com. Hier verlor Microsoft im Konkurrenzkampf mit Marktführer Google operativ 364 Millionen Dollar. Allerdings: Auch Google patzte mit seinem am Donnerstag verfrüht veröffentlichten Quartalsergebnis ziemlich: Die Anleger waren von den Zahlen enttäuscht; wegen der überraschenden verfrühten Veröffentlichung hatte es sogar einen Kurssturz mit Handelsunterbrechung gegeben.

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