Schwache Konjunktur : Bosch Rexroth verhandelt über Kurzarbeit
Der Bosch-Konzern bekommt die sich abschwächende Konjunktur in Europa zu spüren und passt die Kapazitäten nach unten an. Mit sogenannten Schließtagen in einigen Werken reagiert Bosch auf die nachlassende Nachfrage. In ersten Fabriken ist auch Kurzarbeit schon wieder ein Thema. „Betriebsrat und Geschäftsleitung sprechen über Kurzarbeit in Schweinfurt“, bestätigte ein Sprecher der Robert Bosch GmbH. Die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter, die bis zu 175 Stunden ins Minus gehen dürfen, seien dort schon sehr weit abgebaut.
In Schweinfurt produziert Bosch Rexroth elektromechanische Antriebe für den Maschinenbau und die Fabrikautomation. Von den insgesamt 38000 Mitarbeitern, die Bosch Rexroth beschäftigt, haben 2100 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Schweinfurth. Nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“, die sich auf Arbeitnehmerkreise bezieht, soll ein erster Bereich des Werks mit 450 bis 500 Mitarbeitern von Oktober an in Kurzarbeit gehen und zum Jahresende sogar die halbe Belegschaft. Das könne er nicht bestätigen, sagte der Sprecher. Es gebe kein abschließendes Ergebnis der Verhandlungen über die Kurzarbeit. „Wenn überhaupt, dann wird nur ein kleiner Teil der Belegschaft betroffen sein“, sagte er.
Bosch gehörte in der Vergangenheit jeweils zu den ersten, die auf Krisensignale reagierten. Eine im Wettbewerb immer wichtiger werdende Fähigkeit sei es, die Kapazitäten schnell an die immer kürzer werdenden Konjunkturzyklen anzupassen, sagte der damalige Bosch-Chef Franz Fehrenbach zu Jahresbeginn. Sein Nachfolger Volkmar Denner muss nun genau das beherzigen. „Die zunehmende Unsicherheit spüren wir auch bei den Abrufen unserer Kunden“, sagte er wenige Tage vor seinem Amtsantritt. An der Wachstumsprognose wird offiziell noch nicht gerüttelt. Ein Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent hatte Bosch für dieses Jahr angekündigt, doch: „Wir sehen zunehmende Risiken für den Wachstumskurs“, räumte ein Sprecher ein.
Auch in der dominierenden Automobil-Sparte hat Bosch in einigen Feldern eine zu geringe Nachfrage für die bestehende Kapazität, vor allem bei Dieselsystemen. Im saarländischen Homburg hat Bosch darauf mit Schließtagen reagiert, die auch für die Werke Bamberg und Stuttgart-Feuerbach geplant sind.

