https://www.faz.net/-gqe-9q2w4

Schwache Konjunktur : Das ist noch keine echte Krise

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich angesichts einer abflauenden Weltwirtschaft eingetrübt. Bild: dpa

Die Dax-Konzerne sind in einer guten Lage, sie haben noch nie so viel erwirtschaftet wie in den letzten beiden Jahren. Auch wenn einige Unternehmen Verluste verzeichnen, müssen sie weiter investieren.

          1 Min.

          „Wir haben derzeit noch keine echte Krise.“ Mit diesen Worten kommentiert das Beratungsunternehmen EY die Auswertung der Abschlüsse zum zweiten Quartal der großen Dax-Konzerne. Diesen Satz sollte man mehrmals lesen mit wechselnder Betonung auf den einzelnen Wörtern.

          Die deutschen Unternehmen kommen von einem hohen Ertragsniveau. Die Dax-Konzerne haben noch nie so viel Gewinn erwirtschaftet wie in den vergangenen zwei Jahren. Daher ist ein Rückgang nicht gleich ein Desaster. Ein zweiter Aspekt kommt hinzu. Gerade bei den in die Verlustzone gerutschten Unternehmen Deutsche Bank und Daimler war es nicht das originäre Geschäft, das zu den Verlusten führte, sondern es waren Sondereffekte.

          Ein Blick auf die Cashflows der Dax-Konzerne zeigt, dass aus dem operativen Geschäft nahezu die gleichen Mittel generiert wurden wie im Vorjahr. Diese Mittel gilt es jetzt klug einzusetzen. Es ist erfreulich, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter gestiegen sind. Kein gutes Zeichen ist, dass die Unternehmen bei aller berechtigten Zurückhaltung angesichts der globalen Konjunktur auch die Investitionen in die Digitalisierung ihrer Betriebe strecken. Gerade weil wir keine existentielle Krise mit anderer Prioritätensetzung haben, sollten diese Ausgaben eher erhöht als reduziert werden.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Arbeitsagentur in Oberhausen

          Im ersten Halbjahr : Arbeitslosenkasse macht 10 Milliarden Euro Defizit

          Die Bundesagentur für Arbeit zahlt in der Krise Summen in nie dagewesener Größenordnung aus – insbesondere für Kurzarbeiter. Auch für die zweite Jahreshälfte rechnet sie mit „weiteren, teilweise erheblichen Mehrausgaben“.

          Kamala Harris : So flexibel wie sie war Biden nie

          Kamala Harris ist politisch erfahren, aber noch nicht zu alt. Und sie steht, anders als Trump es suggeriert, gar nicht sehr weit links. Alles gut also mit Bidens Vize? Abwarten. Denn sie ist eine sehr wendige Politikerin.
          Rücksichtslos: Cornelia Koppetsch hat der Untersuchungskommission zufolge gegen „die gute wissenschaftliche Praxis“ verstoßen.

          Verfahren gegen Koppetsch : Plagiate im Dutzend

          Das Disziplinarverfahren der TU Darmstadt gegen Cornelia Koppetsch setzt neue Maßstäbe der Wissenschaftshygiene. Mit genau der gleichen Strenge und Transparenz sollten auch die Plagiate in der Doktorarbeit der Ministerin Franziska Giffey untersucht werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.