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Verbot von Ölheizungen : „In der Klimadiskussion ist das wieder ein völlig überzogener Vorschlag“

  • -Aktualisiert am

Ein Auslieferungsfahrer hält die Zapfpistole eines Tanklasters. Bild: dpa

Mit ihrem Vorschlag, Ölheizungen künftig zu verbieten, hat Umweltministerin Schulze die Energiehändler gegen sich aufgebracht. Für Hausbesitzer seien andere Anreize wichtig.

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          Das Vorhaben der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), zur Umsetzung der Klimaziele im Jahr 2030 Ölheizungen zu verbieten, sorgt für heftige Kritik und neuen politischen Zündstoff. „In der ganzen Klimadiskussion ist das wieder ein völlig überzogener Vorschlag. Es wird schon daran hapern, dass Frau Schulze wohl kaum erklären könnte, wie die 5,5 Millionen Ölheizungen in Deutschland so schnell für andere Energien ersetzt werden sollen“, sagte Bernd Schilly vom Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), einer wichtigen Branchenvertretung, in der 500 mittelständische Unternehmen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland organisiert sind, der F.A.Z.

          Innovationen aufgrund neuer Ölheiztechnik hätten schon zu Einsparungen im Energieverbrauch einzelner Anlagen um bis zu 30 Prozent geführt, heißt es vom VEH. Deutsche Anbieter seien zudem Innovationstreiber. Der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie gibt an, dass von den 5,5 Millionen Ölheizungen bisher nur 700.000 auf dem neuesten Stand der Technik seien. Hier gebe es mit Modernisierungen erhebliches Energiesparpotential. „Wir brauchen auch zur Versorgungssicherheit weiterhin einen ausgewogenen Energiemix“, sagte Schilly.

          Die Union will mit einer Abwrackprämie auf einen Austausch alter Heizungsanlagen bis zum Jahr 2030 setzen. „Wir setzen auf Anreize statt auf Verbote und versöhnen Stadt und Land“, sagte der Ministerpräsident Bayerns, Markus Söder (CSU). Man lehne Verbote, Gängelung und einseitige Maßnahmen zu Lasten von Industrie oder einzelnen Gruppen ab.

          „Nur die Appelle an die Vernunft genügen nicht“

          Die Grünen wollen derweil in dieser Woche im Bundestag beantragen, die Förderung neuer Öl- und auch Gasheizungen sofort zu stoppen. Spätestens von 2021 an sollen demnach überhaupt keine neuen Ölheizungen mehr in Alt- und Neubauten eingebaut werden dürfen. Damit könnten den Ankündigungen von CDU, CSU und SPD „endlich mal Taten folgen“, sagte der Vizevorsitzende der Grünen-Fraktion, Oliver Krischer. „Es ist absurd, dass die Bundesregierung immer noch den Neueinbau klimaschädlicher Ölheizungen fördert. Damit muss Schluss sein und zwar schnell“, sagte Krischer. Nötig seien Anreize, dass Hausbesitzer rasch von Ölheizungen auf erneuerbare Energien umsteigen könnten.

          Umweltministerin Schulze hatte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, dass für die Klimaziele ein Mix aus Verboten und Anreizen notwendig sei. „Wir sollten zum Beispiel sagen: Für die nächsten zehn Jahre helfen wir euch beim Umrüsten alter Ölheizungen, danach sind sie komplett verboten. Anders wird es nicht gehen. Nur die Appelle an die Vernunft genügen nicht.“

          Zu einem Viertel wird in Deutschland mit Öl geheizt. Rund 20 Millionen Menschen werden so mit Wärme versorgt, vor allem in Einfamilienhäusern im ländlichen Raum. Nur Gasheizungen (mehr als 50 Prozent) gibt es öfter. Fernwärme (fast 14 Prozent) sowie Strom und Holz (rund 4 Prozent) sind weit weniger gefragt. Fast die Hälfte der mit Heizöl betriebenen Anlagen wurde vor 1996 in den Wohnhäusern eingebaut. Aufgrund des Einsatzes neuer Technik und besseren Heizöls sank der Jahresverbrauch der gleichen Anzahl von Heizungen innerhalb von 20 Jahren um 55 Prozent.

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