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Schuldenschnitt : Deutschlands größte Bad Bank braucht Geld

„FMS Wertmanagement“ nennt sich die Abwicklungsanstalt der HRE: In die Bad Bank wurden Risikopapiere im Wert von nominal 175 Milliarden Euro ausgelagert Bild: dpa

Der Schuldenschnitt für Griechenland trifft vor allem die Bad Bank der maroden Hypo Real Estate. Keine andere private Bank besitzt derart viele griechische Staatsanleihen.

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          Kein anderes Institut ist vom Schuldenschnitt für Griechenland in so hohem Ausmaß betroffen wie die FMS Wertmanagement, die Abwicklungsanstalt der maroden Hypo Real Estate (HRE). Denn keine andere private Bank oder Versicherung besitzt derart viele griechische Staatsanleihen, Kredite und Derivate. Per Ende Juni vergangenen Jahres - aktuellere Zahlen liegen nicht vor - betrug das Griechenland-Exposure der FMS Wertmanagement 9,3 Milliarden Euro. Derivate in nicht veröffentlichter Milliardenhöhe müssen noch hinzugerechnet werden.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Auf jeden Fall wird ein Schuldenschnitt von 53,5 Prozent für die privaten Griechenland-Gläubiger bei der FMS Wertmanagement Wertberichtigungen von mehr als 6 Milliarden Euro nach sich ziehen. Erst Ende Januar hatte Christopher Pleister, der Chef der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA), im Haushaltsausschuss des Bundestags erklärt, er rechne bei einem Schuldenschnitt für Griechenland von 50 Prozent damit, dass die FMS Wertmanagement einen zusätzlichen Verlust von 6 Milliarden Euro verbuchen müsse. Nun fällt der Schuldenschnitt sogar noch etwas höher aus. Damit werden die Verluste von Deutschlands größter Bad Bank nochmals steigen.

          Im Herbst 2010 hat die FMS Wertmanagement unter Aufsicht des Bundesfinanzministeriums von der verstaatlichten HRE ein Portfolio mit faulen Krediten und risikobehafteten Wertpapieren europäischer Krisenstaaten von 176 Milliarden Euro übernommen. Seit Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit sind daraus schon Verluste von 3,7 Milliarden Euro aufgelaufen. Für sie muss der deutsche Steuerzahler geradestehen. Denn in den Statuten der FMS Wertmanagement ist vorgesehen, dass jegliche Verluste durch den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin ausgeglichen werden müssen. Im Abwicklungsplan für die ersten zehn Jahre hat der Bund eine Risikovorsorge von 3,9 Milliarden Euro dafür bereitgestellt. Nach nur zwei Jahren erweist sich dieser Betrag als viel zu klein.

          Nun werden die Belastungen aus dem Griechenland-Hilfspaket den Soffin zum Verlustausgleich zwingen. Wie hoch genau der Abschreibungsverlust sein wird, den die FMS Wertmanagement zu bilanzieren hat, dazu konnte ein Unternehmenssprecher am Dienstag nichts sagen: „Es gibt eine Reihe von Unwägbarkeiten.“ Unklar ist etwa, wie sich die nötige Korrektur der Derivate-Positionen niederschlägt und ob sich aus den nach HGB bilanzierten Wertpapieren ebenfalls hohe Minderungen ergeben.

          Sehr wahrscheinlich wird die FMS Wertmanagement den Verlust noch im Geschäftsjahr 2011 verbuchen müssen. Darauf werden die Wirtschaftsprüfer dringen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC stand vor einigen Monaten in der Kritik, weil durch Falschbuchungen nach der HRE-Abspaltung die Bilanzsumme der Bad Bank zeitweilig um 55,5 Milliarden Euro zu hoch ausgewiesen worden war.

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