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Wegen niedriger Zinsen : Die Schuldenquote der Euroländer fällt spürbar

  • Aktualisiert am

Geht es aufwärts? In Griechenland ist die Schuldenquote deutlich gesunken. Bild: AFP

Krise? Welche Krise? Die gute Konjunktur kommt den Euroländern zugute. Für die größte Überraschung sorgt dabei ein Sorgenkind. Doch es gibt weiterhin große Unterschiede.

          Defizit und Schuldenstand der Euro-Länder sind im vergangenen Jahr wegen der guten Konjunktur und niedriger Zinskosten gesunken. Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte, betrug die Gesamtverschuldung der 19 Euroländer im vergangenen Jahr 86,7 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in Form des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das waren 2,3 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2016. Die Länder der Währungsunion gaben zwar knapp 99 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen, was ein Haushaltsdefizit von 0,9 Prozent der Wirtschaftsleistung ergab. Im Vorjahr hatte das Defizit aber noch bei 1,5 Prozent gelegen.

          Zahlreiche Euroländer verzeichneten zudem dank der guten Konjunktur einen Haushaltsüberschuss, darunter auch Griechenland mit 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ohne die Kosten für den Schuldendienst erzielte der Staat im vergangenen Jahr sogar einen Überschuss von vier Prozent des Bruttoinlandproduktes, wie das griechische Statistikamt am Montag in Athen auf Basis vorläufiger Schätzungen mitteilte.

          Mit diesem sogenannten Primärüberschuss hat das Euro-Sorgenkind die Zielvorgaben der internationalen Geldgeber deutlich übertroffen. Die Geldgeber hatten Athen für 2017 ein Etatziel von 1,75 Prozent der Wirtschaftsleistung gesetzt. Ab 2018 sollen es dann bis zum Jahr 2023 mindestens jeweils 3,5 Prozent sein. Dann könnte Athen nach Einschätzung der europäischen Geldgeber die Zinsen für seine Schulden zahlen.

          Auch Deutschland meldete einen Überschuss in Höhe von 1,3 Prozent. Die höchsten Haushaltsdefizite wiesen demgegenüber Spanien (3,1 Prozent) und Portugal (3,0 Prozent) auf.

          Schulden sind ungleich verteilt

          Die Gesamtverschuldung verteilt sich im Währungsraum nach wie vor sehr ungleich. Die niedrigsten Schuldenquoten wiesen Estland und Luxemburg mit 9,0 und 23,0 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts auf. Die höchsten Schuldenquoten gab es in Griechenland (178,6 Prozent), Italien, (131,8 Prozent), Portugal (125,7 Prozent), Belgien (103,1 Prozent) und Spanien (98,3 Prozent).

          Maximal erlaubt sind eigentlich nur ein Haushaltsdefizit von drei Prozent des BIP und ein Schuldenstand von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung. Beide Vorgaben zugleich haben im vergangenen Jahr nur sechs der 19 Euroländer erfüllt. Das sind die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Luxemburg, die Niederlande und die Slowakei. Deutschland verpasst das Verschuldungskriterium mit einem Schuldenstand von 64,1 Prozent knapp.

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