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Werner Mussler (wmu.)

Schuldenkrise : Zypern schnelle Wiedervorlage

Die zyprische Regierung stellt zentrale Bestandteile des Hilfspakets in Frage. Dabei ist das Paket noch nicht einmal vor drei Monaten geschnürt worden. Das Schlamassel ist noch nicht gelöst.

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          Natürlich ist der Vorstoß des zyprischen Staatspräsidenten dreist. Das von ihm jetzt in Frage gestellte internationale Hilfsprogramm für sein Land ist keine drei Monate alt, und er hat es mitbeschlossen.

          Jetzt tut Nikos Anastasiadis so, als ob das alles nicht so ernst gemeint war - und als ob der ohnehin schon ewig verschleppte Umbau des zyprischen Bankensektors noch einmal rückgängig gemacht werden könnte. Die nachgereichte Interpretation des Präsidentenbriefs aus Nikosia ändert daran nichts; sie belegt nur abermals den Unernst, mit dem die zyprische Regierung das Hilfsprogramm begleitet.

          Die Eurofinanzminister können gar nicht anders, als den Vorstoß des Präsidenten zurückzuweisen. Freilich war immer klar, dass die Probleme, auf die Anastasiadis aufmerksam macht, früher oder später wieder auf die Tagesordnung geraten würden. Die Bank of Cyprus, deren Zustand er nun beklagt, hatte schon vor drei Monaten keine Zukunft mehr. Damals ist die Eurogruppe so verfahren, wie sie es auch in Griechenland getan hat: Sie hat Konflikte mit Formelkompromissen zugekleistert. Auch wenn die Einreden des Präsidenten ungehört bleiben dürften: Der zyprische Schlamassel ist nicht gelöst.

          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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