https://www.faz.net/-gqe-70cnh

Schuldenkrise : Portugal will Banken mit 6 Milliarden Euro stützen

  • Aktualisiert am

Portugal erhält die nächste Tranche aus dem Rettungspaket Bild: dpa

Nach Spanien muss jetzt auch Portugal seine Banken stützen. 6,6 Milliarden Euro will der Staat in drei angeschlagene Institute pumpen. Zwölf Milliarden Euro sind im Hilfsprogramm der EU dafür vorgesehen. Die Troika hat unterdessen die nächste Milliardenzahlung aus dem Hilfspaket freigegeben.

          2 Min.

          Damit erwartet Portugal im kommenden Jahr sein Hoch bei der Verschuldung. Das Wachstum 2013 beziffert die Regierung mit 0,2 Prozent. In der letzten Prognose vom 30. April war die Regierung von plus 0,6 Prozent ausgegangen.

          Der IWF hatte in einem Bericht Anfang April prognostiziert, Portugals Verschuldung werde ihren Zenit 2013 bei 115 Prozent vom BIP erreichen. Die Europäische Kommission teilte am 11. Mai mit, nach ihrer Prognose werde sich die Verschuldung Portugals 2013 auf ein Hoch bei 117,1 Prozent vom BIP bewegen, nach 113,9 Prozent 2012. Ein zweites Rettungspaket für Portugal hatte die EU-Kommission Anfang April als nicht notwendig erachtet.

          -->

          Der portugiesische Staat will mit mehr als 6,6 Milliarden Euro die drei Finanzinstitute Banco Comercial, Banco BPI und Caixa Geral de Depositos stützen. Das teilte das Finanzministerium in Lissabon an diesem Montag mit. Banco Comercial wird demnach eine Kapitalspritze von 3,5 Milliarden Euro erhalten. Bei Banco BPI werde sich die Rekapitalisierung auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro belaufen.

          Für portugiesische Banken ist im Rahmen des Hilfsprogramms über 78 Milliarden Euro eine Kapitalspritze von zwölf Milliarden Euro vorgesehen. Die Institute brauchen das Geld, um die neuen Kapitalvorgaben der Europäischen Union zu erfüllen.

          Unter den Banken, die jetzt staatliche Mittel erhalten sollen, sind zwei der fünf größten Finanzinstitute Portugals. Dazu zählen neben der in Staatsbesitz befindlichen Sparkassenorganisation (Caixa Geral) die Banco Santander Totta sowie die drei börsenotierten Institute Banco Espirito Santo (BES), Banco Comercial Português (BCP) und Banco Português di Investimento (BPI). Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Banken.

          Portugal erhält weitere 4 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket

          Die Experten der „Troika“ von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) haben unterdessen eine neue Milliarden-Tranche aus dem Hilfspaket für das hoch verschuldete Euro-Land Portugal freigegeben. Das teilte der portugiesische Finanzminister Vítor Gaspar am Montag in Lissabon mit.

          „Wir haben alle quantitativen Kriterien und auch alle strukturellen Ziele erfüllt“, sagte der Minister. Die Experten hätten deshalb nach ihrem neuen Ende Mai absolvierten einwöchigen Evaluierungsbesuch jetzt die Freigabe der vierten Tranche in Höhe von vier Milliarden Euro empfohlen, fügte Gaspar an.

          Das Ziel, das Staatsdefizit 2012 auf 4,5 Prozent zu senken, sei machbar. Allerdings werde die Schätzung für die Verschuldung 2013 auf 118 Prozent der Wirtschaftskraft erhöht. Damit erwartet Portugal im kommenden Jahr sein Hoch bei der Verschuldung. Das Wachstum 2013 beziffert die Regierung mit 0,2 Prozent. In der letzten Prognose vom 30. April war die Regierung von plus 0,6 Prozent ausgegangen.

          Der IWF hatte in einem Bericht Anfang April prognostiziert, Portugals Verschuldung werde ihren Zenit 2013 bei 115 Prozent vom BIP erreichen. Die Europäische Kommission teilte am 11. Mai mit, nach ihrer Prognose werde sich die Verschuldung Portugals 2013 auf ein Hoch bei 117,1 Prozent vom BIP bewegen, nach 113,9 Prozent 2012. Nach Einschätzung der EU-Kommission vom April ist ein zweites Hilfspaket für Portugal nicht nötig.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump

          Amerika und China : Europa, lass dich nicht erpressen!

          Die Globalisierung kehrt sich um. Das Verhältnis zwischen Amerika und China wird immer schlechter. In Amerika spricht man ganz offen von einem kalten Krieg. Europa muss sich jetzt behaupten. Es hat eigene Trümpfe.

          Zusammenstöße im Libanon : Viele Verletzte bei Protesten in Beirut

          Tausende treibt die Wut auf die politische Führung des Libanon auf die Straßen. Demonstranten sollen das Außenministeriums gestürmt haben. Vermutlich fielen in der Stadt auch Schüsse. Ministerpräsident Diab schlägt vorgezogene Neuwahlen vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.