https://www.faz.net/-gqe-6uqvt

Schuldenkrise : Japan und Russland wollen in Rettungsfonds investieren

  • Aktualisiert am

EFSF-Chef Regling auf Investorensuche in Asien Bild: dpa

Auf seiner Asientour wirbt der Chef des europäischen Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, um Investoren. Tokio und Moskau prüfen Milliardeninvestitionen.

          Die G8-Staaten Japan und Russland haben der kriselnden Eurozone Hilfe in Aussicht gestellt. „Die japanische Regierung wird weiter Anleihen des EFSF, die wir ausgegeben haben, kaufen“, sagte der Chef des europäischen Rettungsfonds (EFSF), Klaus Regling, am Montag in Tokio. Regling hatte sich zuvor mit Vize-Finanzminister Takehiko Nakao getroffen. In Moskau sagte Präsidentenberater Arkadi Dworkowitsch, Russland wolle bis zu zehn Milliarden Dollar (rund 7,14 Mrd. Euro) in Euro-Länder investieren. Kremlchef Dmitri Medwedew plane erste Sondierungsgespräche am Rande des G20-Gipfels am 3./4. November in Cannes.

          „Vor einer möglichen Unterstützung wollen wir mit einzelnen Regierungen die Lage erörtern“, sagte Dworkowitsch nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Denkbar sei, die Hilfe über den Internationalen Währungsfonds (IWF) abzuwickeln. IWF-Chefin Christine Lagarde wird in den nächsten Tagen in Moskau erwartet. Russland wolle seine Schritte auch mit den Partnern Brasilien, Indien, China und Südafrika koordinieren, sagte Dworkowitsch. Die fünf aufstrebenden Ökonomien („BRICS“) gelten als wichtiger Faktor in der Weltwirtschaft. Dworkowitsch hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass Russland spanische Staatsanleihen kaufe.

          Japan hat bisher etwa 20 Prozent der Schulden aus dem Rettungsfonds gekauft. In Tokio sagte EFSF-Chef Regling auf die Frage, ob Nakao ihm direkt zugesagt habe, dass Tokio auch weiter investieren werde: „So wie in den vergangenen zehn Monaten“. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Regling hatte zuvor auch in China um Milliarden-Investitionen geworben. Beide asiatisch

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          FAZ Plus Artikel: Youtube : Die neue Mündlichkeit

          Rezos Video rechnet mit Lesern, die lesen können, aber meistens nicht gelesen haben, was er für sie gelesen hat. Wie Youtube das Verhältnis von gesprochenem Wort, Schrift und Wissen verändert.
          Der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard. (Archiv)

          EZB-Konferenz in Sintra : „Es gibt keine Schuldenkrise“

          Die Eurozone braucht eine expansive Finanzpolitik und weniger strenge Schuldenregeln, sagt der Ökonom Olivier Blanchard bei der EZB-Konferenz in Sintra. Strukturreformen alleine genügten nicht, um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.