https://www.faz.net/-gqe-70t93

Schuldenkrise : IWF fordert „kreative Geldpolitik“ der EZB

  • Aktualisiert am

IWF-Chefin Christine Lagarde mit dem Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker Bild: dapd

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Europäische Zentralbank zu einem stärkeren Eingreifen in die Schuldenkrise aufgefordert. Eine „kreative, innovative Geldpolitik“ sei nötig.

          Der Internationale Währungsfonds hat die Europäische Zentralbank zu einem aktiveren Eingreifen in die Euro-Schuldenkrise aufgefordert. Kurzfristig sei eine „kreative, innovative Geldpolitik“ notwendig, erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern in Luxemburg.

          Dazu gehöre nicht nur eine Zinssenkung, sondern auch der erneute Einsatz unkonventioneller Instrumente. Die Zentralbank könne ihr Anleihekaufprogramm wieder auflegen, den Banken erneut massive Liquiditätsspritzen geben oder andere Formen einer quantitativen Lockerung einführen.

          In seinem neuesten Bericht zur Lage in der Euro-Zone stellte der IWF einen langen Katalog an Empfehlungen auf. Auf kurze Sicht könne die Krise am besten bekämpft werden, wenn sich die Mitgliedstaaten bei der Haushaltskonsolidierung Ziele für die konjunkturbereinigten Defizite setzten statt für das Gesamtdefizit. Lagarde drängte außerdem die Euro-Länder dazu, den Euro-Rettungsfonds den Banken direkt unter die Arme greifen zu lassen, statt die Hilfen wie jetzt bei Spanien über den Staat zu lenken. Sonst könne die fatale Verbindung zwischen strauchelnden Banken und verschuldeten Staaten nicht durchbrochen werden.

          Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker erklärte, er sei mit den Ratschlägen des IWF weitgehend einverstanden. Die Forderungen dürften aber auf Widerspruch der deutschen Bundesregierung stoßen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte sich am Freitag noch nicht ausführlich dazu äußern. Diplomatisch sagte er: „Das ist ein wichtiger Beitrag, so wie der IWF immer sehr hilfreiche Beiträge leistet.“ Wie die Euro-Zone durch institutionelle Reformen mittelfristig gestärkt werden müsse, sei Thema des EU-Gipfels in einer Woche, sagte er.

          Zu Wochenbeginn hatte schon Italiens Regierungschef Mario Monti die Idee eines durch den Rettungsfonds ESM abgesicherten Anleihenaufkaufprogramms durch die Europäischen Zentralbank eingebracht. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte das am Donnerstag aber abgelehnt.
           

          Weitere Themen

          Streit um Whatsapp in der Schule

          Datenschutz : Streit um Whatsapp in der Schule

          Dürfen Schüler ihrem Lehrer per Whatsapp mitteilen, dass sie krank sind und zu Hause bleiben? Dürfen Lehrer per Chat Hausaufgaben geben? Darüber ist jetzt ein heftiger Streit entbrannt.

          Zigarrenhersteller macht Asche Video-Seite öffnen

          Rekordjahr : Zigarrenhersteller macht Asche

          Die kubanische Zigarrenhersteller Habanos blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. 2018 habe man Rauchwerk für etwa 537 Millionen Dollar verkauft.

          Topmeldungen

          Bernie Sanders will es noch einmal wissen. (Archivfoto)

          Bernie Sanders kandidiert : Wer jagt Donald Trump?

          Bernie Sanders war Hillary Clinton 2016 nur knapp unterlegen. Jetzt will er es nochmal wissen. Doch es gibt gravierende Unterschiede zum Kampf um die Nachfolge Barack Obamas. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.