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Schuldenkrise : IWF-Chefin will über Griechenland nicht neu verhandeln

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IWF-Chefin Christine Lagarde hält Anleihekäufe für den besseren Weg aus der Schuldenkrise als weitere Zinssenkungen Bild: AFP

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hält eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Eurokrise nicht für die richtige Lösung. Über die Auflagen für Griechenland will sie nicht neu verhandeln.

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          Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hält eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Eurokrise derzeit nicht für die beste Lösung. Denn sie nütze Krisenstaaten wie Spanien und Italien, nicht aber Deutschland, sagte Lagarde dem amerikanischen Fernsehsender CNBC. Zwar sei wohl Raum für eine Zinssenkung vorhanden, sie plädiere aber eher für eine Fortsetzung der Anleihenkäufe durch die Notenbank. „Das ist viel selektiver.“

          Lagarde hatte bereits zuvor die EZB aufgefordert, in der Krise ähnlich wie die amerikanische Notenbank Fed zu unkonventionelleren Maßnahmen zu greifen. Erstmals in der Geschichte der Währungsunion dürfte die EZB-Notenbanker um Präsident Mario Draghi am Donnerstag den Leitzins unter ein Prozent senken. Volkswirte erwarten den historischen Tiefstand von 0,75 Prozent. Volkswirte erwarten den historischen Tiefstand von 0,75 Prozent.

          Mit Blick auf Griechenland, wo die „Troika“ von EU, IWF und EZB derzeit die Einhaltung des Sparprogramms überprüft, meinte Lagarde, sie sei „überhaupt nicht in einer Nachverhandlungsstimmung“. Zunächst müsste festgestellt werden, ob Griechenland die strengen Auflagen der internationalen Geldgeber umsetzt. „Ich bin sicher, sie haben exzellente Zahlen in verschiedenen Richtungen“, sagte Lagarde dem Sender.

          Die neue griechische Regierung fordert eine Abmilderung oder zumindest Stundung des Reformprogramms.
           

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