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Schuldenkrise : In der Politik und im Geldhandel wächst die Sorge um Spanien

Bild: F.A.Z.

Die internationalen Finanzmärkte stehen angesichts der wachsenden Ungewissheit über die Lage in Spanien sowie der steigenden Nervosität innerhalb der französischen Regierung vor einer spannenden Woche. EU-Kommissions-Präsident Barroso und EZB-Chef Trichet befürworten ein Hilfspaket.

          Die internationalen Finanzmärkte stehen angesichts der wachsenden Ungewissheit über die Lage in Spanien sowie der steigenden Nervosität innerhalb der französischen Regierung vor einer spannenden Woche. Nach Informationen der F.A.Z. Zeitung sollen vor allem der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, sowie der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, über die Schwierigkeiten spanischer Kreditinstitute besorgt sein und für Hilfe der europäischen Partner plädieren. Trichet hatte vor einem Monat mit Verweis auf die angespannten Finanzmärkte auf die Entscheidung der Staats- und Regierungschefs hingewirkt, einen Schutzschirm über 750 Milliarden Euro für notleidende Mitglieder der Währungsunion zu entwickeln. Derzeit gibt es Spannungen im Geldhandel unter Banken. Die Institute misstrauen sich. Die spanische Regierung selbst hat keinen Antrag auf Hilfen gestellt.

          Wie aus dem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht, hatten deutsche Banken Ende 2009 in Spanien Kredite über insgesamt 202 Milliarden Dollar vergeben. Mit 109 Milliarden Dollar machten die Forderungen gegenüber spanischen Banken den größten Teil aus. Noch höher ist das Engagement französischer Banken mit 248 Milliarden Dollar. Davon sind die Darlehen an Unternehmen und Haushalte der größte Posten.

          Die spanische Notenbank schätzt das Ausmaß der kritischen Immobilienkredite in den Büchern von Spaniens Banken und Sparkassen auf insgesamt 166 Milliarden Euro. Davon sollen bereits knapp 43 Milliarden Euro abgeschrieben worden sein. Damit verbleiben noch 123 Milliarden Euro. Der spanische Bankenrettungsfonds umfasst 99 Milliarden Euro. Die Analysten der Citigroup halten dies für ausreichend, da die Immobilienkredite überwiegend mit Sicherheiten ausgestattet sind. Allerdings stellt sich die Frage, inwiefern die Sicherheiten schon an die deutlich gesunkenen Immobilienpreise angepasst worden sind.

          Mit einer Schuldenquote von 53 Prozent des Bruttoinlandsprodukts weist Spanien einen besseren Wert als Deutschland (73 Prozent) oder Frankreich (78 Prozent) auf. Trotzdem hat die spanische Regierung im zweiten Halbjahr einen hohen Mittelbedarf. Seit Jahresbeginn hat Spanien Anleihen von knapp 42 Milliarden Euro begeben. Nach Prognosen der Großbank Unicredit muss der spanische Staat bis Ende des Jahres am Kapitalmarkt noch Mittel von knapp 100 Milliarden Euro aufnehmen. Die Analysten erwarten wegen des hohen Angebots in den kommenden Monaten einen Kursdruck auf die Anleihen. Im Juli steht das Finanzministerium vor der Aufgabe, Titel über 23,8 Milliarden Euro tilgen zu müssen. Am 23. Juli werden Schatzwechsel über 7,6 Milliarden Euro fällig und am 30. Juli eine Anleihe über 16,2 Milliarden Euro.

          In der politischen Spitze Frankreichs wächst derweil die Nervosität, von der Krise ebenfalls betroffen zu werden. Während Staatspräsident Nicolas Sarkozy vor den nachteiligen Folgen staatlicher Sparpolitik für das Wirtschaftwachstum warnt, hat sein Premierminister François Fillon am Samstag einen Plan vorgestellt, wie Frankreich seine Neuverschuldung deutlich reduzieren will.

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