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Schuldenkrise : Griechisches Debakel

Das Vertrauen der Finanzmärkte in die Fähigkeit Griechenlands, sich am eigenen Schopf aus dem Schuldensumpf zu ziehen, ist verbraucht. Doch die Märkte senden ein weiteres Signal: sie differenzieren. Für einen Abgesang auf den Euro-Raum gibt es keinen Anlass.

          Man muss zwei Wahrheiten ins Auge sehen. Erstens: Das Vertrauen der Finanzmärkte in die Fähigkeit Griechenlands, sich am eigenen Schopf aus dem Schuldensumpf zu ziehen, ist verbraucht. Dies zeigt der sprunghafte Anstieg der Anleiherenditen am Dienstag. Das Land wird ohne externe Unterstützung nicht auskommen, selbst wenn es Athen in den nächsten Wochen gelingen sollte, eine Dollaranleihe in den Vereinigten Staaten auszugeben. Zweitens: Die Last drückender Schulden, verbunden mit hohen Finanzierungskosten und geringer Wirtschaftskraft, wird früher oder später in Athen das Thema Umschuldung auf die Agenda bringen, auch wenn Politiker und Banker davon nichts wissen wollen.

          Der Dienstag lehrt noch etwas anderes: Die Märkte unterscheiden deutlich zwischen der desolaten Lage Griechenlands und der sicherlich nicht einfachen, aber doch nicht so schlimmen Situation in anderen südeuropäischen Ländern. Die Rendite zehnjähriger Anleihen Portugals liegt mit 4,21 Prozent nicht sehr weit über den Renditen britischer oder amerikanischer Papiere. Das muss zwar nicht so bleiben. Für einen Abgesang auf den Euro-Raum gibt es dennoch keinen Anlass.

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