https://www.faz.net/-gqe-6y2go

Schuldenkrise : Griechische Steuerbeamte lehnen Hilfe deutscher Kollegen ab

  • Aktualisiert am

Nach Angaben des Finanzstaatssekretärs Hans Bernhard Beus stünden mehr als 160 Freiwillige aus deutschen Finanzbehörden bereit, den Griechen bei der Modernisierung ihrer Steuerbehörden zu helfen. Bild: dpa

Die Griechen haben massive Probleme beim Eintreiben ihrer Steuern, Milliarden werden hinterzogen. Sollen deutsche Finanzbeamte die griechische Finanzverwaltung auf Vordermann bringen?

          1 Min.

          Die griechischen Steuerbeamten lehnen Hilfe ihrer deutschen Kollegen im Kampf gegen Steuersünder und zur Modernisierung ihrer Finanzverwaltung ab. Ihre Gewerkschaft rief Finanzminister Evangelos Venizelos auf, ein entsprechendes Angebot aus Deutschland abzulehnen. „Das kontinuierliche Gerede über den Einsatz fremder Steuerbeamter verursacht Verwirrung bei den hart arbeitenden griechischen Beamten“, hieß es in einem Brief der Gewerkschaft an Venizelos, der am Mittwoch in der griechischen Presse veröffentlicht wurde.

          Nach Angaben von Finanz-Staatssekretär Hans Bernhard Beus stehen mehr als 160 Freiwillige aus deutschen Finanzbehörden bereit, den Griechen bei der Modernisierung ihrer Steuerbehörden zu helfen. Laut Bundesfinanzministerium handelt es sich dabei um ein Projekt der EU-Kommission, das in den nächsten Monaten anlaufen könne.

          Unterdessen berichten griechische Medien am Mittwoch von chaotischen Zuständen in griechischen Steuerämtern. Kein einziges Steuererklärungs-Dokument sei bislang an die Bürger geschickt worden.

          Wie das Nachrichtenportal der Sonntagszeitung „towima.gr“ berichtete, hängt dies mit den anstehenden vorgezogenen Wahlen zusammen. Die Wähler sollten nicht zu sehr die Last der neuen Steuern spüren. Der Urnengang soll voraussichtlich bis Ende April stattfinden.

          Auf die Griechen kommen auch 2012 starke Zusatzbelastungen zu. Unter anderem müssen Steuerzahler ein Prozent ihres Bruttogehaltes als Solidarität zum Staat zahlen. Zudem wird das zweite Jahr in Folge eine Sondersteuer von durchschnittlich vier Euro pro Quadratmeter Haus oder Wohnung fällig. Ferner wurde der Steuerfreibetrag von 12.000 Euro auf 5000 Euro gesenkt.

          Weitere Themen

          Unerwartetes Wirtschaftswachstum Video-Seite öffnen

          „moderat aber positiv“ : Unerwartetes Wirtschaftswachstum

          Nach dem historischen Einbruch in der Corona-Krise ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wieder kräftig gewachsen. Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) liegen diese Zahlen „weit oberhalb der Erwartungen“.

          Topmeldungen

          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.
          Angst vor Anschlägen: Ein Polizist bewacht am Freitag vor dem Freitagsgebet die Große Moschee in Paris.

          Lehren aus Nizza : Woher kommt dieser Hass?

          Mit Attentaten wie in Nizza versuchen Islamisten freiheitliche Gesellschaften in den „Clash of civilizations“ zu treiben. Welche Ursachen hat das – und was kann getan werden, um es zu verhindern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.