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Schuldenkrise : Finnland hängt „nicht um jeden Preis“ am Euro

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„Finnland wird nicht um jeden Preis am Euro festhalten“: Jutta Urpilainen Bild: AFP

Finnlands Regierung hat gedroht, eher aus dem Euro aussteigen zu wollen, als für die Schulden anderer Eurostaaten zu haften.

          Die finnische Regierung will eher aus der Währungsunion austreten, als für die Schulden anderer Euroländer zu haften. „Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet, auch auf einen Ausstieg aus dem Euro“, wird Finanzministerin Jutta Urpilainen in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung „Kauppalehti“ vom Freitag zitiert. „Wir glauben daran, dass der Euro Finnland nutzt. Dennoch wird Finnland nicht um jeden Preis am Euro festhalten.“

          Die Aussagen fügen sich in die bisherige Haltung der großen Koalition, die Finnland seit gut einem Jahr regiert. So hatte Urpilainen schon anlässlich des Hilfspakets für Griechenland auf einer Sonderregelung für Finnland bestanden, um den Beitrag des Landes im Fall eines griechischen Staatsbankrotts abzusichern. Eine vergleichbare Regelung soll nun auch mit der spanischen Regierung als Gegenleistung für die auf dem jüngsten EU-Gipfel verabredete Hilfe für Spaniens Banken gefunden werden.

          Die Gipfelbeschlüsse sind in der finnischen Öffentlichkeit auf breite Kritik gestoßen, die Regierung hat ein Veto gegen den beabsichtigen Ankauf von Staatsanleihen über den Stabilitätsmechanismus ESM angekündigt. „Eine gemeinsame Verantwortung für die Schulden, Volkswirtschaften und Risiken anderer Länder, darauf sollten wir uns nicht einlassen“, wird Urpilainen nun wiedergegeben. Auch eine Bankenunion mit gemeinsamer Haftung lehnt sie ab. Finnland gehört als einziger Staat in Nordeuropa auch der Währungsunion an.

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