https://www.faz.net/-gqe-716lx

Schuldenkrise : Finnland hängt „nicht um jeden Preis“ am Euro

  • Aktualisiert am

„Finnland wird nicht um jeden Preis am Euro festhalten“: Jutta Urpilainen Bild: AFP

Finnlands Regierung hat gedroht, eher aus dem Euro aussteigen zu wollen, als für die Schulden anderer Eurostaaten zu haften.

          Die finnische Regierung will eher aus der Währungsunion austreten, als für die Schulden anderer Euroländer zu haften. „Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet, auch auf einen Ausstieg aus dem Euro“, wird Finanzministerin Jutta Urpilainen in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung „Kauppalehti“ vom Freitag zitiert. „Wir glauben daran, dass der Euro Finnland nutzt. Dennoch wird Finnland nicht um jeden Preis am Euro festhalten.“

          Die Aussagen fügen sich in die bisherige Haltung der großen Koalition, die Finnland seit gut einem Jahr regiert. So hatte Urpilainen schon anlässlich des Hilfspakets für Griechenland auf einer Sonderregelung für Finnland bestanden, um den Beitrag des Landes im Fall eines griechischen Staatsbankrotts abzusichern. Eine vergleichbare Regelung soll nun auch mit der spanischen Regierung als Gegenleistung für die auf dem jüngsten EU-Gipfel verabredete Hilfe für Spaniens Banken gefunden werden.

          Die Gipfelbeschlüsse sind in der finnischen Öffentlichkeit auf breite Kritik gestoßen, die Regierung hat ein Veto gegen den beabsichtigen Ankauf von Staatsanleihen über den Stabilitätsmechanismus ESM angekündigt. „Eine gemeinsame Verantwortung für die Schulden, Volkswirtschaften und Risiken anderer Länder, darauf sollten wir uns nicht einlassen“, wird Urpilainen nun wiedergegeben. Auch eine Bankenunion mit gemeinsamer Haftung lehnt sie ab. Finnland gehört als einziger Staat in Nordeuropa auch der Währungsunion an.

          Weitere Themen

          Wie viel Steuern muss Apple zahlen?

          Verhandlung mit EU : Wie viel Steuern muss Apple zahlen?

          In einem stillen Gerichtssaal in Luxemburg sitzen derzeit Vertreter von Apple und der EU-Kommission zusammen. Die Frage: Wie viel Steuern muss der Tech-Riese in Europa zahlen? Die Kommission beharrt zum Auftakt auf ihrer Position.

          Beschäftigte sind wieder häufiger krank

          Fehlzeiten-Report : Beschäftigte sind wieder häufiger krank

          Der Rücken zwickt, das Atmen fällt schwer. Im Jahr 2018 haben die Beschäftigen im Schnitt fast 19,9 Arbeitstage wegen Krankheit gefehlt. Die Befragung der Allgemeinen Ortskrankenkassen zeigt außerdem: Wer im Homeoffice arbeitet ist schneller erschöpft.

          Topmeldungen

          F.A.Z.-Serie Schneller schlau : Wem gehört der Wald?

          Wenige Tage vor der Sitzung des Klimakabinetts in Berlin läuft die Diskussion darüber heiß, wie noch mehr CO2 in der Atmosphäre verhindert werden kann. Ein Teil der Lösung wird im Wald liegen. Wer profitiert davon?
          Supercomputer Summit von IBM

          KI statt Simulation : Den Superrechnern geht die Luft aus

          Die Leistung von Supercomputern wächst kaum noch. Der Grund ist die fatale Fokussierung auf Künstliche Intelligenz. Numerische Verfahren gelten als „unsexy“.
          Brustkrebs macht sich bei der ärztlichen Untersuchung durch verhärtete Gewebeknoten bemerkbar. Diese können Frauen häufig auch selbst ertasten.

          Brustkrebs : Ein Medikament revolutioniert die Therapie

          Das Medikament Herceptin ebnete den Weg für die personalisierte und hochspezifische Behandlung der Zukunft. Was der Wissenschaft damit gelungen ist, lässt sich als „game changer“ bezeichnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.