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Schuldenkrise : Fed-Chef Bernanke will Europa nicht retten

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Der amerikanische Notenbankchef Bernanke ist  „sehr beunruhigt“ über die EU-Schuldenkrise, will aber keine Finanzhilfen geben

Der amerikanische Notenbankchef Bernanke ist „sehr beunruhigt“ über die EU-Schuldenkrise, will aber keine Finanzhilfen geben Bild: dpa

Fed-Chef Ben Bernanke hat sich gegen die Beteiligung an einer Rettungsaktion ausgesprochen. Damit wird es zunehmend unwahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten bei einer Kapitalerhöhung des Internationalen Währungsfonds mitziehen. Russland dagegen hat eine Finanzspritze in Aussicht gestellt.

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          Im Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa hat sich Fed-Chef Ben Bernanke nach Angaben von amerikanischen Senatoren gegen die Beteiligung an einer Rettungsaktion ausgesprochen. Russland dagegen will der Euro-Zone über den Internationalen Währungsfonds (IWF) mindestens zehn Milliarden Dollar zur Verfügung stellen.

          „Wir machen uns alle Sorgen, ob der amerikanische Steuerzahler für europäische Staaten und Banken einspringen wird“, sagte Senator Lindsey Graham am Mittwoch nach einem Treffen mit Bernanke. „Er sagte, nein. Er habe weder die Absicht noch die Befugnis, dies zu tun.“ Zugleich soll Bernanke deutlich gemacht haben, dass die Euro-Schuldenkrise auch die Vereinigten Staaten beeinträchtigen könnte. „Er ist sehr besorgt“, sagte Senator Orrin Hatch. „Er sagte, wenn sie ihre Sache nicht auf die Reihe bekommen, dann hätte das Auswirkungen auf uns. Ein Zusammenbruch da drüben wäre schädlich für uns.“

          Mit Bernankes Äußerungen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Vereinigten Staaten bei einer Kapitalerhöhung des IWF mitziehen wollen. Die EU-Länder hatten auf ihrem jüngsten Gipfel vereinbart, binnen zehn Tagen zu klären, ob ihre Notenbanken dem IWF zusätzlich 200 Milliarden Euro in Form bilateraler Darlehen zur Verfügung stellen können.

          Finanzspritze aus Russland

          „Wir sind bereit, unseren Anteil über den IWF zu erfüllen“, sagte ein Berater von Präsident Dmitri Medwedew am Donnerstag in Brüssel vor Beginn des EU-Russland-Gipfels. „Zehn Milliarden Dollar sind der Mindestbeitrag.“ Bereits im Oktober hatte sich der oberste Wirtschaftsberater der Regierung in Moskau grundsätzlich offen für Hilfen über den IWF gezeigt.

          Die Bundesbank ist zwar grundsätzlich bereit, bis zu 45 Milliarden Euro an den IWF zu überweisen. Allerdings hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann Bedingungen dafür gestellt. So soll sichergestellt werden, dass das Geld nicht nur speziell für die Rettung angeschlagener Euro-Länder verwendet wird, sondern dem Währungsfonds generell zur Verfügung steht. Darüber hinaus sollen sich auch Länder außerhalb der Euro-Zone und der EU daran beteiligen - also zum Beispiel die amerikanische Notenbank Fed.
           

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