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Schuldenkrise : Euro-Finanzminister billigen Spanien-Hilfe

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Die spanische Flagge weht über der Plaza de Cibeles in Madrid Bild: dapd

Einen Tag nach dem grünen Licht des Bundestages hat die Eurogruppe das 100 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für Spaniens Banken formell beschlossen. Das Geld soll in vier Tranchen überwiesen werden. Jeder zweite Deutsche lehnt die Milliardenhilfe ab.

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          Die Eurogruppe hat endgültig die Milliardenhilfe für Spaniens angeschlagene Banken beschlossen. Die Euro-Finanzminister gaben am Freitag in einer Telefonkonferenz grünes Licht für Hilfskredite in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro. Das teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nach einer Videokonferenz der Euro-Finanzminister am Freitag mit.

          Das Geld soll in vier Tranchen überwiesen werden, um den spanischen Finanzsektor zu stabilisieren. Eine erste Tranche von 30 Milliarden Euro für marode spanische Banken soll bereits vor Monatsende für akute Notfälle bereitgestellt werden.

          Die letzten Darlehen müssen 2028 wieder zurückgezahlt werden

          Die Abgeordneten des Bundestags hatten am Donnerstag ihre Zustimmung für die Milliarden-Hilfen gegeben. Mit dem auf 18 Monate ausgelegten Programm soll der angeschlagene spanische Bankensektor rekapitalisiert werden, der aufgrund einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase in Schwierigkeiten geraten ist. Die Hilfen sollen zunächst vom befristeten Euro-Rettungsschirm EFSF kommen. Wenn der ständige Rettungsfonds ESM eingerichtet ist, sollen die Hilfen aus diesem Topf kommen. Wie hoch die Notkredite jeweils genau ausfallen, soll sich jeweils durch den spezifischen Bedarf einzelner Banken ergeben. Der soll im September ermittelt sein. Die letzten Darlehen müssen 2028 wieder zurückgezahlt werden.

          Spanien ist das erste Euro-Land, das eine solche auf den Bankensektor begrenzte Unterstützung des Euro-Rettungsfonds in Anspruch nimmt. Griechenland, Irland und Portugal hatten zuvor als Staaten umfassende Hilfsprogramme beantragt und müssen dafür wesentlich weitreichendere Auflagen als Spanien erfüllen.

          Mehrheit der Deutschen lehnt Hilfen für Spanien ab

          In Deutschland stößt die Hilfe auf große Skepsis in der Bevölkerung: Jeder zweite Deutsche lehnt die europäische Milliardenhilfe für spanische Banken ab. Nach dem jüngsten ARD-Deutschlandtrend finden es 52 Prozent der Bundesbürger nicht richtig, dass nun auch Spanien finanzielle Hilfe zur Bewältigung der Euro- und Finanzkrise erhalten soll.

          38 Prozent der Befragten hielten die Rettungsaktion hingegen für richtig, berichtete am Freitag das ARD-Morgenmagazin, das die Umfrage von Infratest dimap in Auftrag gegeben hatte.

          Risikoaufschlag für spanische Staatsanleihen auf Rekordhoch

          An den Anleihemärkten hat sich die Lage derweil wieder zugespitzt. In Spanien stieg der Risikoaufschlag für heimische Staatsanleihen im Verhältnis zu deutschen Papieren mit zehnjähriger Laufzeit auf einen neuen Rekordwert. Die Zehnjahresrendite liegt wieder über der kritischen Schwelle von sieben Prozent.  

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