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Schuldenkrise : Böses Spiel

  • -Aktualisiert am

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler.

          Reagierten die Griechen auf die Schuldigen der Schuldenkrise so heftig, wie die politische Elite des Landes sich über die klaren Worte von Christine Lagarde empört, machten sie dem bösen Spiel kollektiver Steuerhinterziehung durch die griechische Elite den Garaus. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds hat gewagt auszusprechen, was in Athen jedermann und in Zürich oder London jeder Immobilienmakler weiß. Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren.

          Natürlich herrscht auf den Straßen Athens Wut über die Einschnitte für einfache Leute. Es wächst aber auch die Wut der Steuerzahler in den Geberländern, wenn Hilfsgelder nach Griechenland nur auf Durchreise sind, um andernorts Finanzanlagen zu retten oder Hauspreise zu treiben. Will die Geberseite vor der Wahl mit markigen Sprüchen eine Drohkulisse aufbauen, um ein radikales Wählervotum zu verhindern? Dann wäre es ein Treppenwitz der Geschichte, wenn die Geldgeber den beiden traditionellen Regierungsparteien dabei hülfen, das böse Spiel weiter zu spielen.

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