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Corona-Pandemie : Wer hilft den Schulen?

  • -Aktualisiert am

In vielen Schulklassen Realität: Unterricht mit Masken, Decken und geöffneten Fenstern Bild: dpa

„Fenster auf, Masken an“ heißt das Billigkonzept, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Es gibt gute Gründe, die Schulen offen zu halten, doch dass nicht jedes technische Mittel genutzt wird, um Schutz zu gewährleisten, ist ein Armutszeugnis.

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          Vielleicht hängen die neuen Luftfilter gegen Coronaviren deshalb nicht in den Schulen, um die Stabilität der Decken nicht zu gefährden. Ausschließen kann man das nicht. In der Frankfurter Elisabethenschule war den Schülern bis vor zwei Jahren sogar das rhythmische Klatschen untersagt, um keinen Einsturz zu provozieren. Vermutlich ist der Grund aber profaner: Es fehlt an Geld und am Willen, öffentliche Schulen so auszustatten, wie es angesichts von Corona, Digitalisierung und Zuwanderung nötig wäre. Und das in einem Land, dessen Wohlergehen von der Bildung seiner Menschen abhängt wie von sonst nichts. Die Erkenntnis ist nicht neu, das Klagen über die Verhältnisse gehört seit Jahren zur Talkshow-Folklore. Geändert hat die Debatte viel zu wenig.

          Corona fügt dieser Misere ein trauriges Kapital hinzu. „Fenster auf, Masken an“, heißt das Billigkonzept, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Was Schülern und Lehrern zugemutet wird, würde bei jedem Mittelständler die Mitarbeiter auf die Barrikaden treiben. Es gibt gute Gründe, die Schulen offen zu halten, doch dass dabei nicht jedes technische Mittel genutzt wird, um Schutz zu gewährleisten, ist ein Armutszeugnis. Während das Robert-Koch-Institut seine Skepsis zu Filteranlagen bis heute mit einer mehr als fünf Jahre alten Sichtung alter Studien begründet, haben Forscher des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie, des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums und der Universität der Bundeswehr unabhängig voneinander die Wirksamkeit der Filter belegt. Private Unternehmen haben in nicht einmal einem Jahr einen Impfstoff entwickelt, derweil hat das RKI als „zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention“ es nicht einmal vermocht, eine eigene Studie zu Filtern zu erarbeiten.

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