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Schufa : Zahlen in Grenzen

Die Schufa ist eine sinnvolle Einrichtung. Künftig werden auch Kleinunternehmen damit leben müssen, dass der Kreditgeber über sie eine Schufa-Auskunft einholt. Das ist für beide Seiten hilfreich - solange es nicht das einzige Kriterium für die Kreditvergabe bleibt.

          Die Schufa ist eine sinnvolle Einrichtung. Die Weltbank fördert nicht ohne Grund den Aufbau entsprechender Auskunfteien in möglichst vielen Ländern der Erde. Nur über eine schnelle und kostengünstige Bonitätsprüfung sind kreditbasierte Geschäfte in großem Umfang mit Privatpersonen möglich.

          Die Schufa weitet dieses Geschäft jetzt auf gewerbliche Kreditnehmer aus. Sie hat dafür jahrelange Vorarbeit geleistet und große Dateien mit relevanten Daten aufgebaut. Künftig werden auch Kleinunternehmen damit leben müssen, dass der Kreditgeber über sie eine Schufa-Auskunft einholt. Das ist für beide Seiten hilfreich - solange es nicht das einzige Kriterium für die Kreditvergabe bleibt.

          Es ist richtig, dass die Bank ihr Kreditrisiko so klein wie möglich halten will. Dazu muss sie aber mehr wissen, als dass der Kreditnehmer bisher nicht auffällig geworden ist. Sie muss auch weiterhin das Geschäftsmodell überprüfen, sich mit dem wirtschaftlichen Umfeld des Kreditnehmers auseinandersetzen - und ihre Geschäftsbeziehung zu ihm beurteilen. Eine Zahl über die bisherige Bonität hilft und vereinfacht das Verfahren - kann aber nur ein Anhaltspunkt für die künftige Kreditwürdigkeit sein.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

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