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Schülerschaft im Wandel : „Vielfalt an Schulen? Absolut die Herausforderung unserer Zeit“

Wie individuell werden sie gefördert? Biologieunterricht in einer achten Klasse Bild: Michael Braunschädel

Die Schülerschaft wird gemischter, viele Lehrer fühlen sich damit überfordert. Das besorgt auch Unternehmen. Und die haben klare Forderungen an die Politik.

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          „Früher gab es Frontalunterricht, die Schüler haben mitgeschrieben – fertig!“ Wolfgang Quast lehnt sich leicht nach vorne und schaut seinem Gegenüber fest in die Augen. „Das geht heute nicht mehr, der Lärmpegel ist zu hoch.“ Der 65-Jährige ist Konditormeister in Bottrop. Wenig treibt ihn mehr um als das Thema Bildung. Er ist nicht zufrieden damit, wie es derzeit läuft. Aus seiner alteingesessenen Konditorei – „ich bin seit 26 Jahren hier“ – blickt er direkt auf eine Grundschule. Viele Schüler dort haben ausländische Wurzeln; es gibt lernschwache Kinder und hochbegabte und ein paar mit Behinderung. An den Tischen vor Quasts Verkaufstresen nehmen regelmäßig auch Schüler Platz. Wenn sie etwas bestellen und es nicht richtig sagen, „dann wiederholen wir das so lange, bis es sitzt“, erzählt das Ruhrpott-Urgestein mit dem großen Herz für die Jugend.

          Lisa Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

          Einmal saßen die „größten Chaoten“ bei ihm im Laden, erzählt er. Sie mussten ein Plakat machen. „Über Liebe und so.“ Die Lehrer hätten danach nicht geglaubt, dass Jungen ein solches Plakat gestaltet hätten – „so eine schöne Schrift und mit vielen Herzchen“. Quast sagt: „Ich kenne meine Chaoten. Die sind zwar hochintelligent, mit denen wird aber keiner so einfach fertig.“ Sie brauchten zum Lernen eine Atmosphäre, in der Ruhe und Sicherheit herrsche.

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