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Umstrittene Ostseepipeline : Altkanzler Schröder unterstellt Amerika „eigensüchtige Interessen“

  • Aktualisiert am

Altkanzler Gerhard Schröder in seiner Funktion als Präsident des Verwaltungsrates von Nord Stream 2 am Freitag in St. Petersburg. Bild: Picture-Alliance

Im Streit um die Gas-Pipeline Nord Stream 2 meldet sich Gerhard Schröder mit scharfer Kritik an Amerika zu Wort. Auch gegen Brüssel wettert der ehemalige Bundeskanzler.

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          Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder vermutet Konkurrenzinteressen hinter dem Widerstand von EU und Amerika gegen die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2.

          „Der Verdacht drängt sich auf, dass die Vereinigten Staaten nicht aus Solidarität mit einigen europäischen Ländern, sondern aus eigensüchtigen Interessen versuchen, Nordstream 2 zu verhindern.“ Das sagte Schröder als Präsident des Verwaltungsrates von Nord Stream 2 am Freitag beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Die Amerikaner wollten ihr aus Fracking gewonnenes Erdgas „in den europäischen Markt drücken“.

          Auch aus Brüssel habe er noch nie eine „rationale Begründung“ der Einwände gegen das Projekt gehört, sagte Schröder. Westeuropa brauche das zusätzliche Erdgas aus Russland. „Man kann nur hoffen, dass die Europäische Union die Kraft findet, ihre eigenen Interessen und die Interessen ihrer Mitgliedsstaaten zu wahren“, sagte Schröder.

          Lob für Merkel und Putin

          Die neue Leitung von Russland nach Deutschland soll vom russischen Gasriesen Gasprom gebaut werden unter Beteiligung von fünf westeuropäischen Energiekonzernen. Die EU-Kommission befürchtet, dass damit die Abhängigkeit von russischem Gas wächst. Die Ukraine will nicht als Transitland ausgeschlossen werden. Amerika droht mit Sanktionen gegen das Vorhaben.

          Schröder lobte die „rationale Einigung“ zwischen Kanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vergangene Woche, dass Europa alle Pipelines brauche, auch durch die Ukraine.

          Der Altkanzler wird wegen seines Engagements für die vom Kreml kontrollierten Konzerne Gasprom und Rosneft in Deutschland immer wieder kritisiert.

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