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Kommentar : Schottlands Stunde

Dafür. Eine Unterstützerin der Unabhängigkeit Schottlands in Edinburgh Bild: AFP

Großbritannien geht in eine der wichtigsten Wochen seiner Geschichte. Doch selbst wenn die Schotten sich gegen die Unabhängigkeit entscheiden, ist der Spuk nicht vorbei.

          Großbritannien geht in eine der wichtigsten Wochen seiner Geschichte. Mit dem Volksentscheid über die Unabhängigkeit Schottlands steht am Donnerstag die Zukunft des Vereinigten Königreichs auf dem Spiel. Kommt es zur Abspaltung sind vor allem die wirtschaftspolitischen Risiken enorm.

          Es wäre kühles Krisenmanagement gefragt, stattdessen drohen Chaostage: Die Regierung des britischen Premierministers David Cameron stünde nach einer Schottland-Schlappe vor dem Aus. Im schlimmsten Fall führen London und Edinburgh über Jahre hinweg einen Rosenkrieg ums Tafelsilber des gemeinsamen Nationalstaats, vom Pfund, über die Banken bis zum Nordseeöl. Der Konjunkturaufschwung auf der Insel wäre bedroht, wegen der zu erwartenden Kapitalflucht und der ohnehin schwachen Leistungsbilanz könnte es zu einer Zahlungsbilanzkrise kommen.

          Aber auch wenn sich die Schotten gegen die Unabhängigkeit entscheiden, ist der Spuk nicht vorbei. Aller Voraussicht nach wird der Wahlausgang so knapp sein, dass die Zweifel ausländischer Investoren über den Zusammenhalt bleiben. Die Ungewissheit über die Zukunft Großbritanniens in der EU wird wachsen. Der Geist ist aus der Flasche.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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