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Olaf Scholz an die Hersteller : „Am Geld wird die schnellere Beschaffung von Impfstoff nicht scheitern“

  • Aktualisiert am

Hat schon viel Geld freigegeben gegen die Pandemie: Olaf Scholz Bild: dpa

„Wenn eine Firma Sorge hat, soll sie das klipp und klar sagen“, ermuntert der Finanzminister die Pharma-Unternehmen. Ein Biontech-Manager sagt, wieso mehr Mittel jetzt wirklich helfen – anders als im vergangenen Jahr.

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          Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat Pharma-Unternehmen, die Corona-Impfstoffe herstellen, bei Bedarf finanzielle Unterstützung zugesagt. „Ich spreche mit Unternehmen und frage: Gibt es eine Stelle, wo wir mit öffentlichen Mitteln privatwirtschaftliche Entscheidungen erleichtern können?“, sagte Scholz dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“: „Wenn eine Firma (...) Sorge hat, soll sie das klipp und klar sagen und wir lösen das Problem. Am Geld wird die schnellere Beschaffung von Impfstoff jedenfalls nicht scheitern.“

          Seine Kritik an der Impfstoff-Beschaffung der EU erhielt er indes aufrecht: „Alles, was wir heute wissen, kann man nur so zusammenfassen: Es hätte mehr Impfstoff bestellt werden können und müssen. Das ist unterblieben. Das sollte niemand beschönigen.“

          Das Mainzer Unternehmen Biontech teilte derweil mit, ihm würde mehr Geld von Deutschland und der EU nun helfen, um die Produktionskapazitäten des Corona-Impfstoffs auszubauen. „Im vergangenen Jahr hätte uns mehr Geld nicht geholfen, weil wir den Produktionsprozess im großen Maßstab erst sicher aufstellen mussten“, sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting dem „Spiegel“ auf eine entsprechende Frage. Und er ergänzte: „Jetzt aber würde Geld helfen. Erst recht, wenn wir für nächstes Jahr eine Kapazität von drei Milliarden Dosen antizipieren sollen, wie es diese Woche bereits angefragt wurde.“

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte: „Biontech hat auf dem Impfgipfel einen möglichen Finanzbedarf von bis zu 400 Millionen Euro für die Reservierung von Kapazitäten und Rohstoffen bis in das nächste Jahr hinein dargelegt. Wir sind im Austausch mit dem Unternehmen, um dies weiter zu konkretisieren.“ Darüber spreche man auch mit anderen Herstellern von Impfstoff. „Wir wollen für den Fall problematischer Mutationen oder
          notwendiger Auffrisch-Impfungen auch für 2022 ausreichend Kapazität für Deutschland, Europa und die Welt sichern.“

          Biontech-Manager Poetting geht davon aus, dass der Bedarf an Impfstoff weiter steigen wird. „Es gibt unterversorgte Länder, es könnte eine dritte Impfdosis gegen mutierte Varianten des Virus notwendig werden, oder es könnten sich ganz neue Mutationen entwickeln. Deswegen arbeiten wir daran, weitere Standorte auszubauen und neue Partner in unser Netzwerk zu nehmen.“

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte angesichts der Lieferengpässe dafür geworben, weitere Mittel bereitzustellen. Als Beispiel wurden zusätzliche Investitionen in den Ausbau oder die Umwidmung von Produktionsstätten genannt. Poetting sagte hierzu: „Den Vorschlag müsste man prüfen. Er könnte idealerweise dazu führen, dass mittelfristig Kapazitäten erhöht werden könnten.“

          Wenige Tage vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen zur Corona-Pandemie am Mittwoch sagte wiederum Olaf Scholz, dass es noch zu früh sei, um über Lockerungen zu sprechen. Man wolle aber gemeinsam über Öffnungsstrategien sprechen. „Sobald Lockerungen möglich sind, haben Schulen und Kitas für mich oberste Priorität.“

          Insbesondere Grundschüler hätten es sehr schwer, da sie den persönlichen Kontakt zu Lehrerinnen und Lehrern besonders brauchen würden, so Scholz. „Da hilft auch kein technischer Fortschritt.“

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