https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schnitzer-keine-boni-und-dividenden-bei-gaspreisbremse-18491468.html

Debatte um Hilfen : Wirtschaftsweise Schnitzer fordert Boni-Verbot bei Gaspreisbremse

  • Aktualisiert am

Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, spricht auf dem European Banking Congress. Bild: dpa

Unternehmen, die von der Gaspreisbremse profitieren, sollte die Zahlung von Boni und Dividenden nicht erlaubt sein, sagte die Wirtschaftsweise. Für Verbraucher müsse die Politik klare Anreize zum Energiesparen setzen.

          1 Min.

          Die neue Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat sich dafür ausgesprochen, Unternehmen die Zahlung von Boni und Dividenden zu verbieten, wenn sie von der Gaspreisbremse profitieren. „Ich verstehe den Unmut über Boni- und Dividendenzahlungen, wenn Unternehmen staatlich unterstützt werden“, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). „Das zu erlauben, während die Gaspreisbremse greift, wäre nicht plausibel.“

          Die Bundesregierung plant bisher kein Boni- und Dividendenverbot bei der Gas- und Strompreisbremse. Allerdings gibt es einen Beschluss des Haushaltsausschusses, der genau das vorsieht. Die Bundesregierung muss darüber nun mit den Haushältern der Ampel-Fraktionen verhandeln.

          Die Wirtschaftsprofessorin warnte zugleich vor falschen Anreizen. „Die Politik muss deutlich machen, dass die Verbraucher weiter Energie sparen müssen. Das Gebot lautet: Heizung niedriger stellen, warme Socken kaufen“, sagte Schnitzer. Sie habe Zweifel, ob das gut genug kommuniziert wird. „Die Übernahme des Dezember-Abschlags darf nicht dazu führen, dass die Leute das als Freibrief verstehen.“

          Auch der Versorger Eon Energie Deutschland rief weiterhin zum Sparen auf. „Energiesparen ist ein immens wichtiger Hebel. Je weniger verbraucht wird, desto besser“, sagte Geschäftsführer Filip Thon den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Außerdem führe eine geringere Nachfrage zu sinkenden Preisen und reduziere den CO2-Ausstoß. Das größte Einsparpotenzial in Haushalten liege beim Heizen. „Über zwei Drittel der Energie in deutschen Häusern und Wohnungen wird dafür verbraucht“, sagte Thon.

          Ökonomin Schnitzer wies Forderungen nach Entlastungen auch bei Öl und Pellets zurück. „Die Gaskunden landen mit der Preisbremse dort, wo die Kunden mit Öl- oder Pelletheizungen ohnehin sind“, sagte sie. Spezielle Entlastungen seien daher nicht erforderlich.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Am vergangenen Wochenende demonstrierten in London Anhänger des schottischen Selbstidentifikations-Regelung für Trans-Rechte.

          Debatte über Transrechte : Vergewaltiger im Frauengefängnis

          Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon ist im Streit um Transrechte in die Defensive geraten. Nachdem ein Vergewaltiger in ein Frauengefängnis sollte, beugte sie sich jetzt Protesten.
          Bernard Arnault (vierter von links) im Kreise der Familie

          Wer leitet künftig LVMH? : Der Schatz der Arnaults

          Der reichste Mann der Welt hätte allen Grund, sich zur Ruhe zu setzen – tut es aber nicht. Seine Nachfolgeplanung bleibt ein wohlbehütetes Geheimnis.
          Monika Schnitzer ist seit 2022 Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das fünfköpfige Gremium berät die Bundesregierung zur Wirtschaftspolitik.

          Monika Schnitzer : Revoluzzerin mit unangenehmen Botschaften

          Wer recht hat, bekommt nicht immer Beifall. Trotzdem wagt die oberste Wirtschaftsweise, Monika Schnitzer, klare Ansagen zur Rente, zum Fachkräftemangel und zur Einwanderung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.