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Schneller schlau

Woher bekommt Deutschland sein Öl?

Von BASTIAN BENRATH und JENS GIESEL (Grafik)

29.11.2018 · Einst war es das „schwarze Gold“, heute scheint es ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Weiß irgendjemand, wo Deutschland sein Öl herbekommt? Wir haben es recherchiert.

Wenn Deutschland Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 mitbaue, dann mache es sich zu „Russlands Komplizen in seinen Hybridkriegen“. Das sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko im Frühjahr diesen Jahres. Solche und andere, kaum weniger dramatische Stimmen hört man derzeit in der Diskussion über den umstrittenen neuen Weg, russisches Gas nach Deutschland zu transportieren. Um Erdöl hingegen, den „Schmierstoff der Welt“, der einigen wenigen Ländern und Unternehmern kaum ermesslichen Reichtum gebracht hat, ist es still geworden. Während beim Gas fast jeder weiß, dass Russland Deutschlands größter Lieferant ist, weiß kaum jemand, woher das deutsche Öl kommt.

Woher unser Öl kommt

Die zehn größten Rohöl-Lieferländer
Stand: 2016

Norwegen

11 Mio. t

Russland

36 Mio. t

G.B.

9 Mio. t

Kasachstan

8,4 Mio. t

AserbaidschaN

5,1 Mio. t

Irak

3,1 Mio. t

Algerien

3,2 Mio. t

Lybien

1,7 Mio. t

Ägypten

1,7 Mio. t

Nigeria

3,8 Mio. t

Sonstige: 7,5 Mio. t

Woher unser Öl kommt

Die zehn größten Rohöl-Lieferländer
Stand: 2016

Norwegen

11 Mio. t

Russland

36 Mio. t

Vereinigtes

Königreich

9 Mio. t

Kasachstan

8,4 Mio. t

AserbaidschaN

5,1 Mio. t

Irak

3,1 Mio. t

Algerien

3,2 Mio. t

Lybien

1,7 Mio. t

Ägypten

1,7 Mio. t

Nigeria

3,8 Mio. t

Sonstige: 7,5 Mio. t

Woher unser Öl kommt

Die zehn größten Rohöl-Lieferländer
Stand: 2016

Norwegen

11 Mio. t

Russland

36 Mio. t

Vereinigtes

Königreich

9 Mio. t

Kasachstan

8,4 Mio. t

AserbaidschaN

5,1 Mio. t

Irak

3,1 Mio. t

Algerien

3,2 Mio. t

Lybien

1,7 Mio. t

Ägypten

1,7 Mio. t

Nigeria

3,8 Mio. t

Sonstige: 7,5 Mio. t

Glücklicherweise gibt es das nur wenig bekannte Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das über solche Dinge Statistiken führt. Demnach ist Russland nicht nur Deutschlands größter Lieferant von Gas, sondern auch von Öl. Russland exportierte im Jahr 2016 insgesamt 36 Millionen Tonnen Öl nach Deutschland – das waren fast 40 Prozent allen Öls, das nach Deutschland kam. Neuere Zahlen gibt es von offizieller Seite bislang nicht.

Mit Norwegen (gut 12 Prozent) und Großbritannien (10 Prozent) folgen dahinter zwei europäische Länder. Beide beuten mit Bohrplattformen die Ölvorkommen in der Nordsee aus. Aus diesen drei Ländern stammen fast zwei Drittel aller deutschen Ölimporte. Fast noch einmal 10 Prozent stammen aus dem zentralasiatischen Kasachstan. Dahinter folgen Aserbaidschan, ebenfalls in Zentralasien, und – mit etwas Abstand – Nigeria. Da das deutsche Öl ganz überwiegend von privaten Unternehmen gekauft wird – nicht vom Staat –, ist die Liste der Lieferländer durchaus in Bewegung, je nachdem, von wo Öl gerade am besten zu bekommen ist.

Zwei der größten Ölförderländer der Welt fehlen damit unter Deutschlands wichtigen Lieferanten: Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten. Seit Anfang der 1970er-Jahre machen diese drei die Krone des am meisten fördernden Landes unter sich aus (an Russlands Stelle bis 1991 die Sowjetunion). Alle drei Länder fördern heute zwischen 500 und 600 Millionen Tonnen im Jahr.

Deutschland selbst förderte immerhin 2,4 Millionen Tonnen Öl selbst. Das meiste Erdöl wird dabei in Niedersachsen und Schleswig-Holstein aus dem Boden geholt. Die einzige deutsche Bohrinsel ist die Plattform „Mittelplate“ in der Nordsee. Sie liegt rund sieben Kilometer vor der schleswig-holsteinischen Küste nahe der Elbmündung.

Quellen: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Stand 2016), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Stand 2017)
Redaktion: Bastian Benrath
Grafik: Jens Giesel


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Quelle: FAZ.NET

Veröffentlicht: 29.11.2018 16:03 Uhr