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Schneller Schlau

Singles kommen am günstigsten weg

Von CHRISTOPH SCHÄFER, Grafiken: JOHANNES THIELEN · 22.12.2019

An Weihnachten kommen nicht nur Liebe, Plätzchen und die Schwiegereltern ins Haus, sondern auch jede Menge Geschenke. Wie viel geben die Deutschen dafür aus? Und gibt es eigentlich mehr Schoko-Weihnachtsmänner oder Schoko-Osterhasen?

Aus christlicher Sicht geht es an Weihnachten nicht um Geschenke. Es geht darum, die Geburt Jesu vor 2019 Jahren zu feiern. Auch strengsten Atheisten dürfte das, was unter dem Baum liegt, weniger wichtig sein als die Frage, wer um den Baum so herum steht. Schließlich hängt der Grad an Harmonie meist weniger von den Geschenken als von den Schenkenden ab.

Natürlich ist es trotzdem interessant zu wissen, wie viel die Deutschen für Präsente ausgeben. Einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY kommt wieder ein ansehnlicher Betrag zusammen. Demnach lässt jeder Deutsche dieses Jahr durchschnittlich 281 Euro in den stationären und digitalen Läden. Das ist nur einen Euro weniger als der Höchststand vom vergangenen Jahr und immerhin 68 Euro mehr als im Jahr 2011. 

Der Unterschied zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen ist im 30. Jahr der Einheit zumindest mit Blick auf die Weihnachtsausgaben gering: Die Menschen in den alten Bundesländern geben mit 285 Euro gerade einmal zwanzig Euro mehr aus als die in den neuen Ländern.

Wie viel jeder Schenkende ausgibt, hängt stark von der Lebenssituation ab. Besonders kostspielig wird es – logisch – für Familien mit Kindern. Damit die Augen der Kinder und des Partners leuchten, geben die Eltern dieses Jahr im Schnitt 392 Euro aus. Für Alleinstehende ist das Fest günstiger, sie wenden nur grob die Hälfte auf.

Auch wenn die Zustände in den Fußgängerzonen und Paketläden zur Zeit anderes vermuten lassen: Die meisten Deutschen kaufen ihre Geschenke nicht erst in den zwei Wochen vor Weihnachten. Jeder zweite ist mit dem größten Teil der Geschenke sogar schon im November durch.

Geteilter Meinung sind die Deutschen bei der Frage, ob sie die Vorweihnachtszeit als eher stressig oder eher besinnlich empfinden. 44 Prozent finden sie dem ARD-Deutschlandtrend zufolge besinnlich, 43 Prozent stressig. Vor allem Erwerbstätige und Menschen zwischen 35 und 49 Jahren erleben die Wochen vor dem Fest mehrheitlich als stressig, Rentner hingegen als besinnlich.

Was aber liegt nun eigentlich unter dem Baum? Glaubt man der Shopping-Community Mydealz, ist jedes sechste Geschenk ein Möbelstück oder ein Dekoartikel. Auf den weiteren Rängen folgen Elektronisches und Mode. Auf Platz 10 wird das Fest der Liebe dann sehr wörtlich genommen.

Nicht wegzudenken an Weihnachten sind auch dieses Jahr wieder die Weihnachtsmänner aus Schokolade. Im vergangenen Jahr verließen sage und schreibe süße 145 Millionen Stück die Fabriken. Auf jeden Deutschen kommen somit zumindest rechnerisch knapp zwei Weihnachtsmänner. Doch das ist nichts gegen den Schokohasen – er kommt an Ostern auf 220 Millionen Stück. 

Ob mit oder ohne Schokolade, mit vielen oder wenigen Geschenken: Wir wünschen Frohe Weihnachten!


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Quelle: FAZ.NET

Veröffentlicht: 22.12.2019 13:58 Uhr