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Handelsdefizit : EU-Staaten importieren seit Jahren Gas aus Russland

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Seit Jahren verbrauchen die Staaten der EU mehr Gas, als sie fördern. Das erhöht die Abhängigkeit von russischen Gas-Lieferungen. Bild: FAZ.NET/Statista - Lizenz: CC BY-ND 3.0

Im Ukraine-Konflikt geht die EU auf Konfrontationskurs zu Russland. Das ist nicht ganz ungefährlich: Die EU-Staaten importieren seit Jahren viel Gas aus Russland. Mut macht ein Blick in die Vergangenheit.

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          Die EU-Staaten fördern seit Jahren sehr viel weniger Gas, als sie verbrauchen. Die Lücke füllen sie mit Importen, vornehmlich aus Russland, wie die Grafik von Statista zeigt. Deutschland deckt beispielsweise 35 Prozent seines Bedarfes mit russischem Gas. Dass sich die EU in der Ukraine-Krise klar gegen die russische Regierung stellt, scheint daher nicht ganz ungefährlich, ist sie doch darauf angewiesen, dass Präsident Wladimir Putin nicht den Gashahn zudreht.

          Die Bundesregierung sieht dafür jedoch keine Anzeichen, auch die gemeinsame Vergangenheit beruhigt: Sogar während des Kalten Krieges lieferten die Russen zuverlässig nach Westen, ihre 1973 begonnenen Lieferungen haben sie nie unterbrochen. Für die Ukraine sieht die Lage hingegen anders aus. Bereits 2009 hatte Russland die Gaslieferungen für Kiew reduziert, gestern kündigte Gasprom, der größte russische Gas-Exporteur, erhebliche Preiserhöhungen für Lieferungen in die Ukraine an.

          Dass die EU ihrerseits ihre Position als wichtiger Abnehmer russischen Gases nutzen könnte, um Putin unter Druck zu setzen, scheint ebenfalls wenig wahrscheinlich. Zum einen würde ein Abnahme-Boykott eine gewaltige Versorgungslücke reißen. Zum anderen sind die Lieferverträge langfristig ausgelegt: „Take or pay“ heißt das Prinzip - wer nicht abnimmt, muss trotzdem zahlen.

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