https://www.faz.net/-gqe-7m9om

Debatte über Diäten : Ein Abgeordneter verdient besser als ein Arzt

  • Aktualisiert am

Was bei Bundestagsabgeordneten auf dem Konto ankommt. Bild: F.A.Z.

Die Bundestagsabgeordneten haben entschieden: Sie wollen sich eine höhere Vergütung gönnen. Doch ist das gerecht? Was verdienen zum Beispiel im Vergleich Geschäftsführer, Ärzte oder einfach Kassiererinnen?

          1 Min.

          Es ging eine jahrelange Debatte voraus - nun haben sich die Spitzen der großen Koalition bezüglich einer Erhöhung der Diäten geeinigt: In zwei Schritten sollen die Bezüge der Bundestagsabgeordneten am 1. Juli und 1. Januar 2015 um jeweils 415 Euro auf dann 9082 Euro steigen. Bislang erhielten die Abgeordneten 8252 Euro im Monat.

          Dass Bundestagsabgeordnete ihr Gehalt quasi selbst festsetzen können, ist in der Öffentlichkeit immer wieder ein Grund zur Empörung: Schließlich möchte jeder ein Wörtchen mitreden, wenn die Staatskasse einmal mehr mit höheren Diäten belastet wird. Die Entschädigungen waren zuletzt Anfang 2013 angehoben worden. In diesem Jahr kostet die Erhöhung 1,7 Millionen Euro mehr, für das Jahr 2015 rechnet die Koalition mit 3,5 Millionen Euro zusätzlich.

          Parlament der Lehrer und Rechtsanwälte - aber mit höherem Monatseinkommen als Lehrer und Rechtsanwälte.

          Das sagt freilich noch nichts darüber aus, wie viel Abgeordnete im Verhältnis zu anderen Berufsgruppen in der Tasche haben. Diese Rechnung macht nun eine Auswertung von Statista auf, die zeigt: Tatsächlich bewegen sich Abgeordnete eher am oberen Ende der Verdienstskala - sogar höher als der durchschnittliche Arzt.

          Besser als ein Bundestagsabgeordnete vor der jüngsten Diätenerhöhung verdienten demnach nur Geschäftsführer mit einem Durchschnittsgehalt von rund 12.117 Euro im Monat. Ärzte lagen nur bei 7112 Euro monatlich, Rechtsanwälte kamen lediglich auf 4571 Euro und Lehrer auf 4039 Euro monatlich. Das Parlament der Lehrer und Anwälte - so heißen die Berufspolitiker im Volksmund. Finanziell lukrativer als Tafelanschriften zu kreieren oder Aktenordner zu wälzen ist der Abgeordnetenjob jedenfalls allemal.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Thomas Cook macht Bankrott in einer Zeit, in der das Fliegen als unnötige, im Grunde schon unlautere Handlung gilt. Worüber aber wird berichtet? Über die Streichung von Flügen und steckengebliebene Urlauber.

          Politische Willensbildung : Wer hat noch Mut zum Zweifeln?

          Politik ist die Vertretung von Interessen. Aber die werden kaum noch ausgesprochen. Statt Streit zuzulassen, erstickt man ihn meistens schon im Keim. Über einen immer enger werdenden Spielraum.
          Die Gesundheit des Babys ist für Eltern das höchste Gebot – nicht erst ab der Geburt.

          Verfrühter Mutterschutz : Kaum schwanger, schon weg

          Immer häufiger werden Erzieherinnen und Lehrerinnen lange vor der Geburt des Kindes krankgeschrieben. In vielen Kitas und Grundschulen führt das zu Schwierigkeiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.