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Wissenschaft auf Englisch : Die BWL hat auf Deutsch nichts mehr zu sagen

Printzeitschriften werden in der Wissenschaft künftig wohl seltener. Bild: dpa

Die letzte bedeutende wissenschaftliche BWL-Zeitschrift aus Deutschland stellt ihre Printversion ein. Künftig erscheinen nur noch englische Texte im Open-Access-Verfahren. Das wird in der Wissenschaft immer wichtiger.

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          Die wichtigste wissenschaftliche Zeitschrift der deutschsprachigen BWL veröffentlicht nur noch englische Texte. Die Ankündigung im Dezember-Heft der „ZfbF Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung“ kam nicht überraschend. Es war lange beschlossen. Die Schmalenbach-Gesellschaft hat ihre deutschsprachige ZfbF und deren englischsprachige Schwesterzeitschrift „Schmalenbach Business Review“ mit der vom Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) schon bisher digital als Open-Access-Journal verbreiteten „Business Research“ zusammengelegt. Alle drei Zeitschriften erscheinen von diesem Monat an unter dem neuen Namen „Schmalenbach Journal of Business Research“, kurz SBUR.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Das hat drei Folgen: Erstens wird es keine gedruckten Ausgaben auf Papier mehr geben, zweitens werden sie keine deutschsprachigen Artikel mehr veröffentlichen, und drittens sind alle Inhalte kostenlos im Internet zugänglich. Frei zugängliche Inhalte (Open Access steht für freien Zugang) verbreiten sich weiter und werden häufiger zitiert als Abonnement-Inhalte. „Im Durchschnitt liegen die Downloadzahlen von Open-Access-Artikeln viermal höher, und sie werden etwa 1,6 Mal häufiger zitiert“, begründet der Springer-Verlag die geänderte Art des Verlegens. In der Wissenschaft ist eine Kommunikation in englischer Sprache und über digitale Medien zunehmend üblich. Es gibt immer weniger Wissenschaften, in denen sich noch deutschsprachige und/oder gedruckte wissenschaftliche Zeitschriften halten können. „Wir erwarten keine Nachfrage nach einer Printauflage der SBUR“, heißt es bei Springer lapidar.

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