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Aufschließen für 2000 Euro? : So viel Geld darf der Schlüsseldienst verlangen

  • -Aktualisiert am

Die Tür ist zu, der Schlüssel noch in der Wohnung: Um wieder hereinzukommen, führt der Weg meist nicht an einem Schlüsseldienst vorbei. Bild: Picture-Alliance

Wer sich aussperrt und keinen Ersatzschlüssel zur Hand hat, ruft meist einen Schlüsseldienst an. Doch die verlangen oft horrende Preise. Ist das überhaupt legal?

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          Dieses Gefühl, wenn die Tür ins Schloss fällt. Das darf doch nicht wahr sein. Dann die doppelte Gewissheit: Ja, der Schlüssel liegt noch in der Wohnung; nein, an professioneller Hilfe führt kein Weg vorbei. Der Frust dürfte zu diesem Zeitpunkt schon den Maximalwert erreicht haben, weil das, was kommt, von Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern oft genug im Empörungsmodus geschildert wurde. Selbst wer noch nie ein Schlüsselerlebnis mit dem Schlüsseldienst hatte, ist über die Reputation der Branche bestens im Bilde. Kaum ein Betriebszweig wird hierzulande schlechter beleumundet.

          Das hat Gründe. „Es gibt unter den Schlüsseldiensten leider immer noch viele schwarze Schafe, die vollkommen überzogene Honorare fordern“, sagt Ralf Margout. Der Geschäftsführer von Interkey, dem Fachverband europäischer Sicherheits- und Schlüsselfachgeschäfte, sieht ein grundlegendes Problem in dem Umstand, dass der Beruf des Schloss- und Schlüsselmachers 1949 anerkannt und 1987 wiederaufgehoben wurde. Wer einen Schlüsseldienst betreiben möchte, braucht heute weder eine Ausbildung noch etwaige Zugangsvoraussetzungen. Ein makelloses Führungszeugnis reicht dem Gewerbeamt vollkommen aus. „Die Sicherheitstechnik hat leider kein geschütztes Berufsbild“, beklagt Margout. „Jeder kann mitmischen, zum Teil gibt es da regelrecht mafiöse Strukturen, wie man bei dem großen Prozess im letzten Jahr sehen konnte.“

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