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Schleppender Impfstart : Schuld sind immer die anderen

Viel Luft nach oben: Ein Impfzentrum in Brandenburg Bild: ZB

Die Impfungen gegen Covid-19 laufen in Deutschland schleppend an. Die Suche nach den Ursachen hierfür mündet in einem unwürdigen Wegschieben der Verantwortung, ein „blame game“ zum Schaden der Risikogruppen.

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          Verzögerungen bei den Corona-Impfungen darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Täglich sterben Hunderte an Covid-19, vor allem Alte und Schwache. Sie könnten noch leben, wenn sie schon „dran gewesen“ wären.

          Auch politisch ist die Pandemie brandgefährlich, vor allem im „Superwahljahr“. Deshalb hat sich jetzt Kanzlerin Angela Merkel in die Impfdebatte eingeschaltet und zugesichert, allen Deutschen bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu unterbreiten, also bis zum 21. September. Das klingt weniger zuversichtlich als „im Sommer“, wie es zuvor Gesundheitsminister Jens Spahn versprochen hatte. Dieser zeigt sich verärgert darüber, dass der Biontech-Partner Pfizer zu spät über Lieferausfälle aus Belgien informiert habe. Das soll heißen: An der Regierung liegen die Verschleppungen nicht. Auch Merkel behauptet, man habe das „Menschenmögliche“ getan.

          Tatsächlich ist mehr Impfstoff im Land, als verabreicht wird. Es hapere aber in den Ländern, heißt es in Berlin. Und so geht das unwürdige Wegschieben der Verantwortung weiter, ein „blame game“ zum Schaden der Risikogruppen, für die mehr auf dem Spiel steht als die nächste Wahl.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

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