https://www.faz.net/-gqe-6x613

Schlecker-Tochtergesellschaft : Ihr Platz meldet Insolvenz an

  • Aktualisiert am

Die Krise der Muttergesellschaft Schlecker wirkt sich nun auch auf die Geschäfte von Ihr Platz aus. Bild: dpa/dpaweb

Wenige Tage nach dem Insolvenzantrag von Schlecker hat nun auch die Tochtergesellschaft Ihr Platz einen Insolvenzantrag eingereicht. Damit müssen weitere 5800 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz bangen.

          1 Min.

          Nach dem Mutterkonzern Schlecker hat am Donnerstag auch die Drogeriemarkt-Tochtergesellschaft Ihr Platz einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm eingereicht. Nach Angaben eines Schlecker-Sprechers sind davon rund 650 Filialen und 5800 Mitarbeiter betroffen. Am Montag hatte Schlecker selbst den Antrag auf eine Planinsolvenz gestellt. Genau wie die Auslandsgeschäfte war Ihr Platz bislang aber außen vor geblieben.

          Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft geplant

          Das Osnabrücker Unternehmen befinde sich in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Daher soll die Firma Teil der Restrukturierung werden. Deren Ziel sei es, den Konzern als Ganzes zu erhalten und die meisten Filialen weiter zu betreiben. Dazu werde es in den kommenden Tagen auch Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft Verdi geben.

          Unterdessen hat Schlecker an diesem Donnerstag den sogenannten Regelbetrieb wieder aufgenommen, nachdem sich Geiwitz und das Management am Mittwoch mit dem wichtigsten Gläubiger, der Einkaufsgemeinschaft Markant, geeinigt hatten. Demnach will die Einkaufsgemeinschaft ihre Lieferungen an Schlecker wieder aufnehmen und auch und Ihr Platz weiter mit Waren versorgen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der Grundlage dieser Entscheidung auch die Gespräche mit den anderen Lieferanten in den nächsten Tagen positiv abschließen können“, sagte Geiwitz.

          Zahlungsrückstände an Markant waren ein Hauptgrund für die Insolvenz des schwäbischen Unternehmens gewesen. Rund 30.000 Schlecker-Beschäftigte in den knapp 7000 Filialen Deutschland bangen seither um ihre Stellen.

          Das Unternehmen Ihr Platz hatte schon einmal Insolvenz anmelden müssen: 2005 konnte die damals noch unabhängige Osnabrücker Drogeriekette die Forderungen ihrer Gläubiger nicht mehr bedienen. Die Firma wurde damals mit einem Insolvenzplan in Eigenverwaltung saniert - genau jenem Verfahren, das nun auch Schlecker anstrebt.

          Weitere Themen

          Londons U-Bahn in Not

          Staatshilfen benötigt : Londons U-Bahn in Not

          Die Londoner „Tube“ leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die schon vorher defizitäre Verkehrsgesellschaft TfL braucht Staatshilfe in Milliardenhöhe.

          Topmeldungen

          Reges Treiben in der Londoner U-Bahn

          Staatshilfen benötigt : Londons U-Bahn in Not

          Die Londoner „Tube“ leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die schon vorher defizitäre Verkehrsgesellschaft TfL braucht Staatshilfe in Milliardenhöhe.
          Auf dieses Bild werden die Frankfurter in diesem Jahr verzichten müssen: Der Weihnachtsmarkt am Römer (Archivbild von 2015)

          Höchststand an Neuinfektionen : Frankfurt sagt Weihnachtsmarkt ab

          Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist endgültig abgesagt. Das hat Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) nach einer Sondersitzung des Verwaltungsstabs am Samstag bestätigt. Zudem beschließt die Stadt weitere Einschränkungen.
          Ein Adelssitz im Zwielicht: die Burg Hohenzollern bei Hechingen in Baden-Württemberg

          Entschädigungsansprüche : Das Recht der Hohenzollern

          Der Ton in der Debatte wird schärfer: Im Streit um die Entschädigungsansprüche der Hohenzollern werden Politik und Verwaltung von Kammerjägern unter Druck gesetzt. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.