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Schifffahrts-Kommentar : Auf Grund

  • -Aktualisiert am

Ein Binnenschiff bewegt sich in der durch das Niedrigwasser sehr schmalen Fahrrinne des Rheins flussaufwärts. Bild: dpa

Die Hitze macht nicht nur den Bauern zu schaffen. Deutsche Flüsse tragen gefährlich wenig Wasser. Die Schiffer bilden jedoch das Ende der Nahrungskette von Vater Staat.

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          Hochwasser und Niedrigwasser gehören für einen Binnenschiffer zum Berufsrisiko. So wie Regen und Hitze für einen Landwirt. Doch während die kaum 2000 Binnenschiffer die fallenden Pegelstände, so gut es geht, mit Kleinwasserzuschlägen an ihre Kunden weiterreichen, ruft die Bauernlobby nach dem Staat.

          Wer am lautesten schreit, bekommt am meisten. Im Binnenkosmos Verkehr ist das gut zu beobachten. Dort stehen die Schiffer am Ende der staatlichen Almosen-Tafel. So sollen beispielsweise die Trassenpreise der Bahn um die Hälfte gesenkt werden, die Kanalgebühren für Schiffe aber bleiben, zum Vorteil der Bahn. Dabei ist die Bahn im Ringen um Subventionen auch nur zweiter Gewinner. Das kann man unter anderem daran sehen, dass sie die EEG-Umlage zahlen und die Energiewende mitfinanzieren muss.

          Traditionell ein ganzes Wohlfühlpaket, mal mit Abwrackprämie, mal mit Kaufanreizen und vielleicht bald mit Garantien für eine riskante Batteriezellenfabrik, hält Vater Staat für die Autobauer bereit. Schiffe auf Grund fallen unter private Risiken. Vertrocknete Kartoffelfelder und Elektroauto-Ladenhüter werden der Gemeinschaft aufgedrückt. Das ist Wirtschaftspolitik 2018.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

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