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Schanghai nach dem Lockdown : Das teuerste Gefängnis der Welt

Abgesperrt und von der Polizei strengstens überwacht: verhängt wurde. Ein Schanghaier Wohnviertel, über das ein Corona-Lockdown Bild: AFP

Die Schanghaier hatten sich stets auf die Zukunft gefreut. Nach dem Lockdown bleibt ihnen nur die Frage: Wann werden sie wieder eingesperrt?

          5 Min.

          Es gibt sie noch, diese Momente, an denen sich die Stadt anfühlt wie das neue New York. Ein Abend im August, das Shanghai International Dance Center ist hell erleuchtet. Bei seinem Bau hatten die Architekten den „Grand Jeté“ vor Augen, den Spagatsprung im Ballett. Zwischen einer Metrostation, einer Schnellstraße und einem Park ist der 1200 Plätze fassende Aufführungssaal umgeben von Springbrunnen, Bäumen, Wohnhöfen, einem riesigen Probenraum, 50 kleinen Studios und einer Tanzschule für 1500 Kinder. Es ist ein in Asien einzigartiges Zentrum der Hochkultur.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Das Stück, das aufgeführt wird, heißt „The Dark“. Im ersten Teil tragen die Tänzer weiße Gewänder, sie umgarnen sich, die Bühne ist hell. Dann sinkt die Tonlage der Elektrobeats. Szene, Kleidung, Choreographie: alles wird schwarz. Die Tänzer greifen nacheinander und fassen ins Leere, werden zurückgezogen von schwarzen Bändern in die Dunkelheit. „Hunger“ hat die Regisseurin den Teil genannt. Anneliese Charek entwarf ihn, als sie wie alle 26 Millionen Schanghaier zwei Monate lang eingesperrt war. Es ist ein Stück über den härtesten Lockdown, den die Welt je gesehen hat. Staatlicher Terror, der all das verneint, wofür das Theater steht. Ein Rückfall in die Barbarei.

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