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Weidewirtschaft : Schafzüchter begrüßen Wolfspolitik der Koalition

  • Aktualisiert am

Schafherde im Taunus Bild: Helmut Fricke

Die Koalition will den Abschuss von Wölfen öfter erlauben. Juso-Chef Kevin Kühnert ist empört. Viele Schäfer sehen das anders.

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          Was tun mit dem Wolf, der sich immer mehr ausbreitet und Schafe und Ziegen reißt? Die große Koalition will Weidetier-Halter besser vor Wolfsangriffen schützen - und außerdem Kriterien für eine „letale Entnahme“ erarbeiten. Besonders diese Formulierung im Koalitionsvertrag hat für massive Kritik gesorgt. Juso-Chef Kevin Kühnert zum Beispiel sprach auf Twitter von einer Krise der politischen Kommunikation: „Was gemeint ist: abknallen.“

          Ums Abknallen geht es den Schafzüchtern aber nicht, sondern um den Schutz von Nutztieren. Die Vereinigung der Deutschen Landesschafzuchtverbände begrüßte am Donnerstag die Wolfspolitik von Union und SPD. „Die Schafhaltung in Deutschland ist von der Ausbreitung des Wolfes in so starkem Maße betroffen, dass etliche Betriebe an Aufgabe denken“, sagte der Verbandsvorsitzende Jürgen Lückhoff. Die flächendeckende Ausbreitung und das rasante Wachstum der Wolfspopulation stelle die Weidetierhaltung von Schafen, Ziegen, aber auch Rindern und Pferden in Frage.

          Der Deutsche Tierschutzbund sieht es anders, er hat die Koalitionspläne als Panikmache kritisiert. „Seit der Rückkehr der Wölfe ist es in keinem Fall zu einer ernsthaften Gefährdung von Menschen gekommen“. Die Wiederansiedlung von Wölfen in Deutschland sein ein Erfolg. Wölfe erfüllten wichtige Aufgaben.

          Dem Koalitionspapier zufolge sollen mit der Wissenschaft geeignete Kriterien „für die letale Entnahme“ erarbeitet werden. So sollen solche Wölfe getötet werden, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden. „Im Umgang mit dem Wolf hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität“, heißt es in dem Koalitionspapier. Die künftige Bundesregierung will zudem die EU-Kommission auffordern, den Schutzstatus des Wolfs abhängig von seinem Erhaltungszustand zu überprüfen, damit eine Bestandsreduzierung herbeigeführt werden kann.

          Im Bundesnaturschutzgesetz ist bislang festgelegt, dass der Wolf als geschützte Art nicht geschossen werden darf - das Gesetz lässt jedoch auch bisher schon Ausnahmen zu, etwa wenn ein „Problemwolf“ ganze Herden reißt oder Menschen zu nahe kommt.

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