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Kommentar zu Saudi-Arabien : Armutszeugnis von Konzernchefs

Kaum Berühungsängste deutscher Unternehmenschefs mit Saudi-Arabien: Der Ex-Siemens-Chef Kleinfeld und der saudische Kronprinz bin Salman Bild: dpa

Die deutschen Konzernchefs kuschen vor der autoritären Führung in Saudi-Arabien. Damit setzen sie ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Mutig ist das nicht.

          Saudi-Arabien ist ein autoritär geführtes Königreich, in dem es schon ein epochaler Fortschritt ist, wenn sich Frauen hinters Steuer setzen dürfen. Das ist dann aber auch genug der Freiheit – Kritik am Führungsstil und am Umgang mit Minderheiten duldet die Führung in Riad nicht.

          Der vermutliche Mord an dem unbequemen Journalisten Jamal Khashoggi, für den wohl niemals jemand gerichtsfest verantwortlich gemacht werden kann, sollte das auch dem letzten deutschen Wirtschaftsvertreter vor Augen führen. Es ist ein Armutszeugnis, dass bislang kein namhafter Konzernvertreter ein Zeichen setzt und zumindest die Teilnahme an dem anstehenden Wirtschaftsgipfel in Riad absagt. Gerade der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser, der sich gerne als AfD-Gegner zur moralischen Instanz aufspielt, sollte sich anders verhalten, wenn er seine Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen will.

          Mutig ist es nicht, eine von Medien beklatschte, populäre Position zu beziehen. Mutig ist es, auch dann Haltung zu zeigen, wenn das kurzfristig Geld kosten kann. Doch davon ist die deutsche Wirtschaft leider weit entfernt – egal, ob es um Geschäfte mit den Saudis, der Türkei oder Iran geht.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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